Freitag, 2. März 2012

Dresden und Leipzig immer beliebter bei Touristen und als Wohnort

Die beiden größten Städte Sachsen werden stetig beliebter bei Touristen und auch als Wohnort. Sowohl Dresden als auch Leipzig konnten im Jahr 2011 deutlich bei der Einwohnerzahl zulegen. Leipzig hatte dabei den größten Zuwachs. Die Messestadt hat nun 531.000 Einwohner, 1,6 % mehr als ein Jahr zuvor. Dresden hat im gleichen Zeitraum auf 529.300 Einwohner zugelegt, 1,2 % mehr. Diesem Bevölkerungszuwachs in den beiden Zentren steht weiterhin ein starker Rückgang in den anderen Landkreisen gegenüber. Sachsen verlor 2011 insgesamt 0,3 % seiner Bevölkerung. Auch Chemnitz hatte wieder einen leichten Rückgang von 0,2 %.

Die erfreuliche Entwicklung der beiden großen Städte in Sachsen macht mittlerweile auch ein Umdenken der Politik nötig. Deren Investitionspläne gehen von einem breiten Bevölkerungsrückgang in Sachsen aus. Doch während in den Landkreisen Schulen geschlossen werden müssen, werden Dresden und Leipzig in neue Schulen und Kindertageseinrichtungen investieren. Und direkt gibt es auch beim Hochschulsystem Kritik an der Landesregierung, die bisher von sinkenden Studentenzahlen in Sachsen ausgegangen war. Die demographische Entwicklung besonders in Dresden aber und der starke Zuzug von Studenten aus anderen Bundesländern lassen die Hörsäle füllen. Entsprechend verschlechtert sich das Betreuungsverhältnis.

Weiterhin erfreulich für Sachsen sind die steigenden Gästezahlen. Wiederum ziehen hier Dresden und Leipzig die meisten Touristen an. Beide Städte profitieren vom deutschlandweiten Boom von Städtereisen. Dresden konnte letztes Jahr 1,8 Millionen Gäste begrüßen (+6,3 %). Leipzig besuchten 1,2 Millionen Menschen (+6,5 %). Damit ist die Landeshauptstadt fest auf Platz 7 der beliebtesten Reiseziele in Deutschland etabliert, direkt hinter Düsseldorf. Leipzig belegt Rang 10 hinter Stuttgart und Hannover. Die deutlichsten Zuwächse im Deutschlandvergleich konnten allerdings die großen und bei Touristen beliebten Städte Köln, München, Berlin und Hamburg verbuchen.

Freitag, 27. Januar 2012

Wie geht es weiter mit der Wirtschaft in Sachsen im neuen Jahr?

Im Moment ist Jeder in Deutschland mit der Finanz- und Schuldenkrise in Europa befasst. Auch Sachsen kann sich von den konjunkturellen Sorgen in der Europäischen Union nicht abkoppeln. Sachsens Wirtschaft hat sich in den letzten Jahren mehr und mehr an bundesdeutsche Konjunkturmuster angeglichen. Die Wirtschaft ist exportabhängiger geworden, die Industrie nimmt eine wichtige Position bei Beschäftigung und Forschung ein und auch die Baubranche ist mittlerweile auf einem bundesdeutschen Entwicklungspfad eingeschwenkt.

Im Jahr 2011 hat Deutschland zum zweiten Mal in Folge ein sehr kräftiges Wachstum der Wirtschaftsleistung erlebt. Erste Schätzungen gehen von etwa 3,0 % aus, nach 3,6 % im Vorjahr. Dabei hat wohl Sachsen ein ähnlich starkes Wirtschaftswachstum erreicht wie der bundesdeutsche Durchschnitt. Für den Freistaat werden zwischen 2,5 % und 3,0 % erwartet. Das ist weitaus besser als im Jahr 2010, als Sachsen weit hinter dem deutschen Durchschnitt zurückgeblieben war. Außerdem ist die Wachstumszahl der sächsischen Wirtschaft immer vor dem Hintergrund der weiterhin abnehmenden Bevölkerung zu sehen. Dadurch wächst die Wirtschaftsleistung pro Kopf gesehen stärker.

Die ersten Prognosen der Wirtschaftsinstitute und der Bundesregierung für das neue Jahr 2012 sagen ein Wachstum von 0,5 % bis 0,7 % für die Bundesrepublik voraus. Damit sehen die Voraussagen eine deutliche Verlangsamung der Dynamik im neuen Jahr. Dies ist hauptsächlich auf die Verunsicherung durch die aktuelle Schuldenkrise in Europa zurückzuführen. Durch das nervöse Klima halten es Unternehmen vorsichtiger mit Investitionen. Sparprogramme der europäischen Handelspartner dämpfen den Export deutscher Unternehmen. Positiv hingegen wirkt sich der steigende Konsum aus, da der Arbeitsmarkt stabil ist und mehr Menschen mehr Geld ausgeben können.

Auch in Sachsen wird eine ähnliche Entwicklung haben. Der Arbeitsmarkt sieht robust aus und die Arbeitslosigkeit wird wohl auch 2012 weiter sinken. Die Arbeitslosenquote könnte im Jahresdurchschnitt das erste Mal seit zwei Jahrzehnten in Sachsen wieder unter 10 % gehen. Dies wird den Konsum weiter stärken. Auf der anderen Seite wird sich auch in Sachsen das Exportwachstum abschwächen. Am sensibelsten könnten die Investitionen der Unternehmen reagieren und diese deutlich zurückfahren.

Unter den drei großen Wirtschaftsstandorten im Freistaat hat Dresden im Augenblick die größten Sorgen, denn der für die regionale Wirtschaft wichtige Cluster der Mikroelektronik kommt nicht aus seiner Krise heraus. Die Chiphersteller, von denen viele in Dresden mit Standorten vertreten sind, haben mit Preisverfall und starkem Wettbewerb zu kämpfen. Hinzu kommt, dass die größte Fabrik Dresdens von Globalfoundries, mehrmals Produktionsprobleme gemeldet hat. Im Gegensatz dazu sieht die Situation des Standortes Leipzig super aus. Sowohl Porsche und BMW werden 2012 damit beschäftigt sein ihre Standorte auszubauen und neue Stellen zu schaffen. Außerdem soll im Herbst das Megaprojekt „Höfe am Brühl“ fertiggestellt werden. Dann werden 200 Millionen Euro in dem Einzelhandelsstandort im Norden der Leipziger City verbaut sein.

Dienstag, 27. Dezember 2011

Aktueller Bevölkerungsstand

Anlässlich der Veröffentlichung neuer Zahlen zum Bevölkerungsstand am Stichtag 30.6.2011 durch das Statistische Landesamt Sachsen, möchte ich mal wieder einen Überblick dazu geben. Erfreulich ist, dass sich der Bevölkerungsrückgang in Sachsen etwas verlangsamt. Das ist besonders bedingt durch weniger Fortzüge und mehr Zuzüge im Vergleich zu den letzten Jahren. Besonders aber die hohe Sterberate hat die Bevölkerung in Sachsen auch von Mitte 2010 bis Mitte 2011 wieder senken lassen. Der aktuelle Bevölkerungsstand in Sachsen beträgt nun 4,139 Millionen. Das sind 15.000 weniger als zum selben Zeitpunkt ein Jahr zuvor.

Den größten Bevölkerungsverlust hatte der Direktionsbezirk Chemnitz hinzunehmen. Die Bevölkerung fiel hier um 14.500 auf 1,518 Millionen. Ostsachsen, mit der Landeshauptstadt Dresden und den umliegenden Landkreisen bis an die polnische Grenze, verlor etwa 4.400 Einwohner auf nun 1,623 Millionen. Der Direktionsbezirk Leipzig in Nordsachsen gewann sogar insgesamt an Einwohner: ein Plus von circa 4000 macht einen aktuellen Bevölkerungsstand von 0,997 Millionen.

Auf der Ebene der Städte und Landkreise haben wieder einzig Leipzig und Dresden einen Bevölkerungsgewinn verbuchen können. Leipzig gewann dabei in einem Jahr über 8000 neue Einwohner und der Gesamtstand beträgt jetzt 525.245. Das sind etwas mehr als in Dresden, wo über 6000 neue Einwohner hinzukamen und der Bevölkerungsstand nun bei 534.519 liegt. Dabei ziehen die beiden großen Städte auch ihre Regionen mit. Die Attraktivität Leipzigs lässt die Bevölkerungszahl im nördlichen Sachsen insgesamt steigen und in der Dresdner Region sind die angrenzenden Landkreise Meißen und Sächsische Schweiz diejenigen Landkreise in Sachsen die am wenigsten Einwohner verlieren. Das Umland der großen Städte kann deutlich von deren Wachstum profitieren, während periphere Gebiete besonders an der polnischen und tschechischen Grenze stark an Einwohner verlieren.

Die Bevölkerung in der Stadt Chemnitz blieb immerhin stabil. Das Zentrum von Südwestsachsen verlor nur 66 Einwohner in einem Jahr und hat aktuell eine Bevölkerung von 242.675. Alle umliegenden Landkreise verloren aber weiter deutlich an Einwohnern. Weiterhin ist der Erzgebirgskreis der bevölkerungsreichste Landkreis in Sachsen mit über 366.000 Einwohnern. Er verlor aber mit über 4000 Einwohnern so stark wie kein anderer. Auch in Mittelsachsen mit der Hauptstadt Freiberg und im Landkreis Zwickau reduzierte sich die Bevölkerung um fast 4000. Zwickau bleibt dabei mit fast 340.000 Einwohnern auf kleiner Fläche der am dichtesten besiedelte Landkreis in Sachsen.

Freitag, 16. Dezember 2011

INSM Städteranking 2011

Das neue Städteranking 2011 der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (Link) ist herausgekommen. Jährlich bewertet die arbeitgebernahe Initiative die wirtschaftliche Situation der größten deutschen Städte. Dazu werden zahlreiche Indikatoren ausgewertet. Ergebnis ist neben dem Niveauranking auch ein Dynamikranking, welches die Verbesserung der Indikatoren über die letzten fünf Jahre abbildet. Letztes Jahr wurden noch 100 Städte untersucht und die sächsischen Metropolen schnitten nicht sonderlich gut ab (Link). Diesmal beschränkte man sich auf die 50 größten Städte, sodass zwar Dresden, Leipzig und Chemnitz noch dabei sind, die Aufsteiger von letztem Jahr Jena und Potsdam aber nicht mehr.

Im Niveauranking der INSM liegt München mit Abstand auf Platz 1. Dresden ist mit Platz 26 beste ostdeutsche Stadt. Chemnitz erreicht Platz 37 und Leipzig kommt nur auf Platz 45. Soweit keine große Überraschung. Im Dynamikranking kann Leipzig mit einem 2. Platz hinter Kassel glänzen. Allerdings kommt die sächsische Metropole ja auch von einem niedrigen Niveau. Chemnitz erreicht hier Platz 10 und komplettiert damit eine starke Performance der ostdeutschen Städte im Dynamikranking. Denn unter den Top 10 befinden sich 7 ostdeutsche Kommunen inklusive Berlin. Dagegen ist der 19. Platz von Dresden fast schon mittelmäßig.

Die Statistiken geben auch einige detailliertere Auskunft über die Lage bestimmter Indikatoren. Für Dresden z.B. zeigen die demografischen Werte alle eine hervorragende Lage an. Die Landeshauptstadt hat hier bundesweite Bestwerte. Der Anteil der jungen Bevölkerung ist besonders groß, nur München hat einen insgesamt schnelleren Bevölkerungszuwachs und trotzdem schafft es Dresden besonders viele ältere Arbeitnehmer in Beschäftigung zu bringen. Dass die Elbestadt bei den Gästeübernachtungen auf Platz 4 und bei dem Anteil der Hochqualifizierten auf Rang 3 kommt, zeigt die Attraktivität der Stadt. Ein besonders starkes Ergebnis legt Dresden bei der Einkommenssteuerkraft hin, die verbesserte sich um 72 % - Platz 1 ins Deutschland. Die größten Schwächen zeigt Dresden trotzdem gerade im Niveau wichtiger Indikatoren wie „verfügbares Einkommen“ und „Einkommenssteuerkraft“. Auch wenn diese wachsen, so liegen die Werte noch weit hinter westdeutschen vergleichbaren Städten zurück.

Leipzig hat seine gute Platzierung im Dynamikranking besonders der starken Verbesserung seines Arbeitsmarkts zu verdanken. In den letzten fünf Jahren konnte keine Stadt in Deutschland seine Arbeitslosenquote so verringern und keine konnte so viele sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze schaffen wie die sächsische Metropole. Durch die gesteigerte Attraktivität kann Leipzig viele neue Einwohner anziehen und dadurch verbessert sich auch die demographische Lage. Die starken Verbesserungen in der wirtschaftlichen Lage der Stadt können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die größte Stadt Sachsens immer noch eine besonders arme Stadt im bundesdeutschen Vergleich ist. So ist Leipzig bei der Einkommenssteuerkraft letzter und auch bei dem verfügbaren Einkommen und dem BIP pro Einwohner sieht es nicht viel besser aus.

Auch der Chemnitzer Arbeitsmarkt hat sich gut entwickelt und verhilft der dritten Stadt Sachsens auf einen vorderen Platz im Dynamikranking. Besonders auch ältere Menschen werden hier hervorragend in den Arbeitsmarkt integriert. In den Umfragen bei den Unternehmen schnitt Chemnitz sehr gut ab: 71 % der Unternehmen hielten die Stadt für wirtschaftsfreundlich, 90 % bewerteten die öffentliche Sicherheit als positiv und über 50 % stimmten der Aussage zu, dass die Stadtverwaltung sparsam und wirtschaftlich arbeitet. Die Schwächen von Chemnitz liegen erwartungsgemäß in der demografischen Entwicklung. In keiner deutschen Stadt ist der Anteil der jungen Bevölkerung so niedrig und dieser Indikator verschlechtert sich auch noch rasant.

Samstag, 3. Dezember 2011

Sächsische Industrie mit kräftigem Plus

Die sächsische Industrie hat im September dieses Jahres einen neuen Umsatzrekord eingefahren. Mit fast 5 Milliarden Euro Umsatz wurde von den Betrieben des Verarbeitenden Gewerbes so viel erwirtschaftet wie noch nie zuvor in einem Monat. Darunter fallen auch 2 Milliarden Umsatz mit Kunden im Ausland. Damit erreicht auch der Wert der von der Industrie exportierten Waren einen neuen Bestwert.

Die Industrie im Freistaat schließt mit dem hervorragenden September ein starkes drittes Quartal ab und das Gesamtjahr 2011 wird ein erfolgreiches Jahr werden. Das Wachstum der Industrie ist wieder ein starkes Zugpferd für die sächsische Wirtschaft. In den ersten neun Monaten 2011 wurde rund 40 Milliarden Euro von den sächsischen Industriebetrieben umgesetzt. Das ist ein Zuwachs von 14,7 % zum Vorjahreszeitraum.

Die sehr gute Entwicklung schlägt sich auch in der steigenden Beschäftigung in den Industriebetrieben nieder. Im September haben gut 206.000 Menschen im Industriesektor gearbeitet. Letztes Jahr waren es nur 192.200 Beschäftigte. Die steigende Beschäftigung im Verarbeitenden Gewerbe trägt auch dazu bei, dass sich der Arbeitsmarkt weiterhin entspannt.

Die Aktuelle Arbeitslosenquote in Sachsen liegt bei 9,4 % und damit genau ein Prozentpunkt unter dem Vorjahresstand. Die Quote steigt normalerweise in den Wintermonaten leicht an, doch der Novemberstand dieses Jahres ist derselbe wie im Vormonat. Besonders die großen Städte in Sachsen konnten die Arbeitslosenquote weiter verringern. In den Landkreisen stieg sie jedoch leicht an. In Dresden liegt sie aktuell bei 8,9 % und damit 1,2 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Chemnitz erreicht 10,2 % (1,3 Prozentpunkte weniger) und Leipzig 11,4 % (1,4 Prozentpunkte weniger).

Die Aussichten für das nächste Jahr haben sich leider aufgrund der allgemeinen Unsicherheit in Deutschland und Europa über die Schuldenkrise eingetrübt. Der Höhepunkt des Aufschwungs scheint wohl erst einmal erreicht zu sein. Trotzdem steht die sächsische Industrie mittelfristig gut da. Neben dem Ausbau der Leipziger Automobilwerke von BMW und Porsche hat auch VW angekündigt, in seine Werke in Zwickau, Chemnitz und Dresden 2,5 Milliarden Euro in den nächsten Jahren zu investieren.

Auch die Automobilzulieferindustrie entwickelt sich weiter rasant in Sachsen. Dieses Jahr wurde zum Beispiel das neue Werk des Abgasanlagenbauers Eberspächer in der Nähe von Dresden gebaut. Der Standort soll zweitgrößte Produktionsstätte des schwäbischen Konzerns werden. Außerdem hat Linamar in der Nähe des VW-Werkes Zwickau eine neue Fabrik für Schwungräder und Achsgetriebe errichtet. Auch Magna hat eine Investition zum Neubau einer Fabrik für Stoßdämpfer in unmittelbarer Umgebung angekündigt. Damit wird der Landkreis Zwickau seine Position als eines der Zentren der sächsischen Industrie weiter ausbauen können.

Freitag, 4. November 2011

Niedrigste Arbeitslosenquote seit 20 Jahren

Der Arbeitsmarkt in Sachsen zeigt sich weiter robust. Getrieben von der guten Konjunktur sank die Arbeitslosenquote im Oktober 2011 auf 9,4 % und erreicht damit einen niedrigen Wert, den es seit Einführung der amtlichen Statistik in Sachsen vor 20 Jahren noch nicht gegeben hatte. Der Freistaat konnte damit die positive Entwicklung des Vorjahres weiterführen. Im Vergleich zum selben Monat 2010 sank die Quote um 1 Prozentpunkt. Damit liegt Sachsen bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in diesem Jahr auf Rang 1 in Deutschland. In anderen ostdeutschen Bundesländern verbesserte sich die Arbeitslosenquote nicht so stark wie in Sachsen. In Brandenburg und in Mecklenburg-Vorpommern stagnierte sie sogar. Die niedrigste Quote der neuen Länder im Oktober hatte allerdings Thüringen mit 7,8 %, die höchste Berlin mit 12,5 %.

 Dresden erreicht mittlerweile eine Arbeitslosenquote von 9,1 %. Die anderen beiden großen Städte liegen im gewohnten Abstand dahinter: Chemnitz bei 10,4 % und Leipzig bei 11,8 %. Alle drei Städte konnten sich überdurchschnittlich stark verbessern. Doch Leipzig liegt weiter an hinterster Stelle, wenn man die Arbeitslosenquoten der sächsischen Kreise betrachtet. Wenn man die Regionen betrachtet, können die Landkreise im Direktionsbezirk Chemnitz die besten Quoten verbuchen. Alle vier Landkreise liegen an den vier vordersten Plätzen in Sachsen: das Vogtland mit 7,8 %, Zwickau mit 8,0 %, Mittelsachsen mit 8,0 % und das Erzgebirge mit 8,2 %. Aus der Region Dresden kann nur noch die Sächsische Schweiz mit 8,2 % an die guten Arbeitslosenquoten Südwestsachsens heranreichen. Die höchsten Quoten unter den Landkreisen wurden in Nordsachsen mit 10,7 % und in Görlitz mit 11,4 % gemeldet.

Im regionalen Vergleich gesehen hat der Landkreis Zwickau die mit Abstand größten Fortschritte beim Abbau der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr gemacht: Die Quote konnte um 1,8 Prozentpunkte gesenkt werden und damit fast doppelt so stark wie im sächsischen Durchschnitt oder fast 4-mal so stark wie im gesamtdeutschen Durchschnitt. Laut Statistik der Arbeitsagentur werden im Landkreis Zwickau über 2000 offene Arbeitsstellen gemeldet – nur in Dresden und Leipzig gibt es noch mehr. Obwohl der Konjunkturhöhepunkt überschritten sein dürfte, kann man auf ein weiteres Absinken der Arbeitslosenzahlen in Sachsen im nächsten Jahr hoffen. Die Verbesserungen werden wohl aber nicht so stark sein wie in diesem Jahr.

Montag, 17. Oktober 2011

Ende der Dresdner Chipkrise in Sicht?

Die sächsische Hauptstadt Dresden hat sich seit der Wiedervereinigung den Ruf eine erfolgreiche Metropole zu sein erarbeitet, in der der wirtschaftliche Aufbau Ost besonders gelungen ist. Der Standort Dresden ist besonders für seine Halbleiterindustrie bekannt. In Dresden siedelten sich ab den 90er Jahren im Gefolge der Leuchttürme AMD und Infineon viele weitere Unternehmen der High-Tech Branche an. Seither ist Dresden zu dem wichtigsten Zentrum der Halbleiterindustrie in Europa gewachsen.

Seit 2005 befindet sich aber genau diese Branche in einer langwierigen Krise, besonders weil die wachsende Konkurrenz aus Asien auf eine schwindende Nachfrage in Europa traf. Die Chipkrise in Europa traf den wichtigsten Standort in Dresden besonders stark. Die Industrieumsätze in der Stadt sind überproportional abhängig von der Branche. Ab 2005 wuchs das Dresdner BIP deswegen schwächer als im sächsischen Durchschnitt. Auch der konjunkturelle Einbruch während der weltweiten Finanzkrise war in Dresden besonders stark zu spüren und beide Krisen verstärkten sich gegenseitig. Von 2008 bis 2010 war der Industrieumsatz rückläufig. Im Jahr 2009 brach er sogar um fast 23 % ein.

Höhepunkt der Krise war die Insolvenz von Qimonda. Der Chip-Produzent, der ehemals ein Teil von Infineon gewesen ist, musste 2009 die Produktion einstellen. Kein Investor konnte sich finden und 3000 Arbeitsplätze gingen auf einen Schlag verloren. Damit war einer der großen industriellen Leuchttürme in der Stadt Geschichte und der Standort bangte um die Folgen, denn auch Zulieferer und Dienstleister gerieten in Gefahr.

Mittlerweile scheint sich die Situation wieder stark zu verbessern. 2010 war immer noch von leichten Umsatzverlusten der Industrie in Dresden gekennzeichnet, obwohl Deutschland bereits auf vollem Erholungskurs war. 2011 jedoch ziehen die Auftragseingänge in Sachsen deutlich an und die Industrie an der Elbe kann sich deutlich erholen. In der Halbleiterbranche Dresdens gibt es momentan sogar wieder mehr Arbeitsplätze als vor der Chipkrise.

Dazu passen die guten Nachrichten, die die großen Konzerne der Mikroelektronik für Dresden parat haben: Infineon hat sich im Sommer dazu entschieden, die weltweit erste Produktion der neuen 300-Millimeter-Wafer für Hochleistungselektronik hier zu starten und nicht in Malaysia. Dazu sollen 250 Millionen € investiert werden. Für den Schnäppchenpreis von 100 Millionen € hat der Münchner Konzern bereits die alten Hallen der Pleite gegangenen Qimonda gekauft. Das AMD-Werk Dresden operiert jetzt unter dem Namen Globalfoundries und gehört mehrheitlich einer Investorengruppe aus Abu Dhabi. Die Investoren haben neben dem Werk bereits eine neue Halle gebaut, die seit Mitte 2011 mit Maschinen eingerichtet wird. Insgesamt will Globalfoundries hier 2 Milliarden € reinstecken. Die gigantische Investition macht das Dresdner Werk zum größten Chipwerk Europas und bereits für dieses Jahr sind hunderte neue Stellen ausgeschrieben.

Umsatzwachstum und neue Arbeitsplätze – der Halbleiterstandort in Sachsen scheint eine Renaissance zu erfahren. Doch es machen sich schon wieder Sorgen um einen konjunkturellen Abschwung in der Branche breit. Dresden erhält viel Wohlstand und eine Menge Arbeitsplätze werden durch die Investitionen der Chipindustrie aufgebaut. Doch Dresdens Wirtschaft ist von seiner Leuchtturm-Industrie auch besonders abhängig.