Laut einer neuen Studie der INSM ist Sachsen das Vorzeigeland unter den deutschen Bundesländern, wenn es um die Konsolidierung des Staatshaushaltes geht. Zuerst einmal hat Sachsen bereits den geringsten Schuldenstand pro Einwohner. Statistisch steht jeder Sachse mit 1.565 € in der Kreide, wenn man nur den Landeshaushalt betrachtet. Zum Vergleich: bei den Thüringern ist das über 7.000 € und in Sachsen-Anhalt fast 9.000 €. Durch die niedrige Verschuldung in Sachsen muss nur 89 € pro Einwohner an Zinsen gezahlt werden. Thüringen bezahlt hingegen 287 € und Sachsen-Anhalt 342 € pro Einwohner. Ich vergleiche hier Sachsen mit seinen beiden mitteldeutschen Nachbarländern, weil man ja behaupten könnte, dass Sachsen von Fördermitteln des Bundes und der EU und vom Länderfinanzausgleich profitiert und dadurch seinen Haushalt entlasten kann. Die beiden Nachbarn aber haben praktisch dieselben strukturellen Probleme und profitieren von ähnlichen Förderprogrammen und lassen daher einen guten Vergleich zu.
Da der Schuldenstand im Freistaat so niedrig ist, ist der Konsolidierungsdruck eigentlich eher gering. Trotzdem und gerade mit Blick auf die demographische Entwicklung zieht Sachsen die Bekämpfung des Haushaltsdefizits besonders effektiv durch. Laut den der INSM-Studie zugrundeliegenden Zahlen soll sich das sächsische Defizit bereits dieses Jahr in einen Überschuss verwandeln. Das Defizit lag letztes Jahr bei über 400 Millionen €, dieses Jahr sollen über 50 Millionen in schwarzen Zahlen dastehen und bis 2013 wird voraussichtlich der Überschuss auf über 300 Millionen € anwachsen. Mit der Entwicklung des Haushalts bis 2013 ist Sachsen damit Spitze. Bis zu diesem Jahr sollen auch Thüringen, Sachsen-Anhalt sowie Baden-Württemberg leicht ins Plus drehen.
Der Schuldenabbau des Musterschülers Sachsen wird aber nicht nur mit Applaus begleitet. Die meisten Einsparmaßnahmen werden oft mit viel Kritik begleitet. Dem Schuldenabbau und der damit verbundene Erweiterung des Handlungsspielraums der Landesregierung wird in den Medien wenig Beachtung geschenkt. Die Kreisreform, die Synergien durch Zusammenlegung von Behörden bringen sollte, wurde gegen großen Widerstand durchgesetzt. Auch die gerade geplante Behördenreform in Sachsen, die die Verringerung des Personalbestandes und die Steigerung der Effizienz durch weitere Zusammenlegung von Behörden vorsieht, wird mit großer Kritik begleitet. Ein Dauerbrenner ist auch die Reform der Polizei in Sachsen und die Schließungen von Schulen.
Es ist in der Tat eine schwierige Frage, ob es denn für Sachsen so gut ist einen solch rigorosen Konsolidierungskurs zu verfolgen. Sachsen leistet sich wenig, kann aber dadurch seine Handlungsfähigkeit erweitern. Doch die Konsolidierung bremst auch die aktuelle Wirtschaft in gewissem Maße, da die Staatsausgaben zurückgehen bzw. weniger stark wachsen. Die Landesregierung ist durch die geringe Verschuldung in der komfortablen Lage hohe staatliche Investitionen zu tätigen. Die Investitionsquote des sächsischen Haushaltes ist die höchste in Deutschland. Dies ist eine effiziente Verwendung des gewonnen Handlungsspielraumes. Würde man aber die Konsolidierung weniger stark vorantreiben, hätte man mehr Mittel zum Beispiel für Förderung des Ausbaus der Infrastruktur. Außerdem könnte das Land den Kommunen, die teilweise hoch verschuldet sind, unter die Arme greifen.
Posts mit dem Label Bundesländervergleich werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Bundesländervergleich werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Donnerstag, 6. Oktober 2011
Samstag, 25. Juni 2011
Neuer Bundesländervergleich der INSM
Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft hat wieder ein Bundesländerranking mit aktualisierten Daten herausgebracht. (Link) Hier werden 100 Indikatoren zur Wirtschaftsleistung für die 16 Bundesländer ermittelt und verglichen. Danach gibt es getrennte Punkte für Dynamik und Niveau, sodass man die Entwicklung und den Ist-Zustand der Wirtschaft vergleichen kann. Man kann von solchen Rankings halten was man will, aber da sehr viele Indikatoren zusammengenommen werden, ergibt sich ein recht verlässliches Bild von der wirtschaftlichen Situation der Länder.
Sachsen erreicht bei dem Niveau-Ranking Platz 12 und beim Dynamik-Ranking Platz 4. Bei dem Ist-Zustand belegen alle ostdeutschen Bundesländer die letzten Plätze. Es lässt sich aber eine Zweiteilung erkennen: Thüringen, Sachsen und Brandenburg liegen recht weit vor Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Sachsen-Anhalt. Ganz vorne ist Bayern und danach Baden-Württemberg und Hamburg. Umgekehrt liegen alle ostdeutschen Bundesländer bei der Dynamik-Betrachtung auf den vordersten Plätzen: Brandenburg ist mit einigem Abstand Erster.
Bei der Betrachtung der Einzelindikatoren fällt Sachsen solider Haushaltskurs der Regierung auf: Kein Land hat weniger Staatsschulden pro Kopf als Sachsen. Während die meisten Länder ihre Schulden besonders durch die schwere Wirtschaftskrise erhöhen mussten, konnte Sachsen seine Schulden pro Einwohner um 17,4 % reduzieren. Gleichzeitig erreicht Sachsen die höchste Investitionsquote der Öffentlichen Hand aller Bundesländer mit 18,8 % - vor Bayern und Thüringen. Sachsens Haushaltführung ist also vorbildlich und trotzdem sieht es bei den harten Fakten des Zustands der Wirtschaft nicht berauschend aus. Der Abstand ganz Ostdeutschlands bei wichtigen Faktoren wie Kaufkraft, BIP oder Produktivität ist hoch und die Dynamik zu gering als das sie auf ein schnelles Aufholen deuten würde.
Selbst im Vergleich mit anderen ostdeutschen Bundesländern kann man nicht sagen, dass Sachsen eine stärkere Wirtschaft hat. Sachsens Einwohner haben eine genauso große Kaufkraft wie die Mecklenburg-Vorpommerns. Bei Indikatoren wie BIP oder verfügbares Einkommen ist kaum ein Unterschied zwischen den ostdeutschen Flächenländern auszumachen. Bei der Produktivität liegt Sachsen sogar auf dem letzten Platz. Sachsen fehlt Produktivität besonders in der Fläche. Es gibt zwar einige Leuchttürme wie der Automobilbau und die Mikroelektronik, aber die Wirtschaft insgesamt macht noch zu wenig Umsatz im Vergleich zu der Anzahl der Beschäftigten.
Die Dynamik-Betrachtung von 2007-2010 ist von der Wirtschaftskrise geprägt. So sank das sächsische BIP um 1,5 % in diesem Zeitraum - Platz 12. Das ist ein Anzeichen dafür, dass Sachsen zwar die Krise mitgemacht hat, aber vom danach einsetzenden Aufschwung noch nicht so viel abbekommen hat. Auch in der Entwicklung der Produktivität ist nur Platz 8 drin, beim Verfügbaren Einkommen Platz 9. Zwar sind in Sachsen und Thüringen die Arbeitgeberentgelte so stark gestiegen wie nirgendwo in Deutschland, dafür konnte aber Sachsen auch weniger stark seine Arbeitslosenquote senken als anderen ostdeutsche Bundesländer.
Sachsen erreicht bei dem Niveau-Ranking Platz 12 und beim Dynamik-Ranking Platz 4. Bei dem Ist-Zustand belegen alle ostdeutschen Bundesländer die letzten Plätze. Es lässt sich aber eine Zweiteilung erkennen: Thüringen, Sachsen und Brandenburg liegen recht weit vor Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Sachsen-Anhalt. Ganz vorne ist Bayern und danach Baden-Württemberg und Hamburg. Umgekehrt liegen alle ostdeutschen Bundesländer bei der Dynamik-Betrachtung auf den vordersten Plätzen: Brandenburg ist mit einigem Abstand Erster.
Bei der Betrachtung der Einzelindikatoren fällt Sachsen solider Haushaltskurs der Regierung auf: Kein Land hat weniger Staatsschulden pro Kopf als Sachsen. Während die meisten Länder ihre Schulden besonders durch die schwere Wirtschaftskrise erhöhen mussten, konnte Sachsen seine Schulden pro Einwohner um 17,4 % reduzieren. Gleichzeitig erreicht Sachsen die höchste Investitionsquote der Öffentlichen Hand aller Bundesländer mit 18,8 % - vor Bayern und Thüringen. Sachsens Haushaltführung ist also vorbildlich und trotzdem sieht es bei den harten Fakten des Zustands der Wirtschaft nicht berauschend aus. Der Abstand ganz Ostdeutschlands bei wichtigen Faktoren wie Kaufkraft, BIP oder Produktivität ist hoch und die Dynamik zu gering als das sie auf ein schnelles Aufholen deuten würde.
Selbst im Vergleich mit anderen ostdeutschen Bundesländern kann man nicht sagen, dass Sachsen eine stärkere Wirtschaft hat. Sachsens Einwohner haben eine genauso große Kaufkraft wie die Mecklenburg-Vorpommerns. Bei Indikatoren wie BIP oder verfügbares Einkommen ist kaum ein Unterschied zwischen den ostdeutschen Flächenländern auszumachen. Bei der Produktivität liegt Sachsen sogar auf dem letzten Platz. Sachsen fehlt Produktivität besonders in der Fläche. Es gibt zwar einige Leuchttürme wie der Automobilbau und die Mikroelektronik, aber die Wirtschaft insgesamt macht noch zu wenig Umsatz im Vergleich zu der Anzahl der Beschäftigten.
Die Dynamik-Betrachtung von 2007-2010 ist von der Wirtschaftskrise geprägt. So sank das sächsische BIP um 1,5 % in diesem Zeitraum - Platz 12. Das ist ein Anzeichen dafür, dass Sachsen zwar die Krise mitgemacht hat, aber vom danach einsetzenden Aufschwung noch nicht so viel abbekommen hat. Auch in der Entwicklung der Produktivität ist nur Platz 8 drin, beim Verfügbaren Einkommen Platz 9. Zwar sind in Sachsen und Thüringen die Arbeitgeberentgelte so stark gestiegen wie nirgendwo in Deutschland, dafür konnte aber Sachsen auch weniger stark seine Arbeitslosenquote senken als anderen ostdeutsche Bundesländer.
Mittwoch, 30. März 2011
Sachsen im Aufschwung abgehängt
Deutschland glänzt mit fantastischen Wachstumszahlen im Aufschwung 2010. Die Wirtschaft des Landes wächst mit 3,6 % so schnell wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Allerdings gab es in dem Jahr zuvor auch den größten Einbruch in der Nachkriegsgeschichte. Diese Talfahrt muss erst einmal wieder aufgeholt werden. Besonders der hoch industrialisierte Süden der Republik hatte 2009 einen tiefen Einschnitt zu verzeichnen. Umso stärker kommt diese stark exportorientierte Region nach der Krise wieder zurück. So führt Baden-Württemberg mit 5,5 % Wachstum die Bundesländerliste 2010 an:
Während der wirtschaftlich starke Süden - Baden-Württemberg, das Saarland, Rheinland-Pfalz und Bayern wachsen überdurchschnittlich - ein außergewöhnlich hohes Wirtschaftswachstum erreicht, wachsen die Neuen Bundesländer mit Berlin mit einer "normalen" Rate von 2,2 %. Das ist zwar auch ein recht kräftiges Wachstum im Vergleich mit Vorjahren, bleibt aber weit hinter dem Bundesdurchschnitt für letztes Jahr zurück. Der Osten Deutschlands kann die Lücke in der Wirtschaftskraft zum Durchschnitt nicht schließen, sondern fällt im vergangenen Jahr weiter zurück.
Sachsen schneidet dabei ganz besonders schlecht ab. Mit einem Wachstum von 1,9 % ist nur das Land Mecklenburg-Vorpommern langsamer gewachsen. Mit Abstand erfolgreichstes Ostland war vergangenes Jahr Thüringen (3,0 %). Sachsen konnte damit nur geringfügig vom XXL-Aufschwung in Deutschland profitieren. Es ist zu erwarten, dass es aber im neuen Jahr zu Aufholeffekten kommt, da tendenziell Ostdeutschland etwas verzögert an der guten Entwicklung im Westen teil hat.
Nach Wirtschaftszweigen hat in Sachsen besonders die Industrie kräftig zum Wachstum beigetragen. Ihre Wertschöpfung expandierte um fast 10 %, was hauptsächlich an der guten Exportentwicklung liegt. Gebremst hat besonders der Bausektor mit -0,8 %, da Sachsen besonders hart vom Wintereinbruch Ende 2010 betroffen war. Für 2011 ist hier mit einer leichten Belebung zu rechnen. Auch der wichtige Wirtschaftszweig "Öffentliche und private Dienstleister" stagnierte komplett. Da auch 2011 der Staat seine Ausgaben zurückfahren wird und alle Konjunkturprogramme auslaufen, wird sich daran in diesem Jahr nicht viel verändern.
Während der wirtschaftlich starke Süden - Baden-Württemberg, das Saarland, Rheinland-Pfalz und Bayern wachsen überdurchschnittlich - ein außergewöhnlich hohes Wirtschaftswachstum erreicht, wachsen die Neuen Bundesländer mit Berlin mit einer "normalen" Rate von 2,2 %. Das ist zwar auch ein recht kräftiges Wachstum im Vergleich mit Vorjahren, bleibt aber weit hinter dem Bundesdurchschnitt für letztes Jahr zurück. Der Osten Deutschlands kann die Lücke in der Wirtschaftskraft zum Durchschnitt nicht schließen, sondern fällt im vergangenen Jahr weiter zurück.Sachsen schneidet dabei ganz besonders schlecht ab. Mit einem Wachstum von 1,9 % ist nur das Land Mecklenburg-Vorpommern langsamer gewachsen. Mit Abstand erfolgreichstes Ostland war vergangenes Jahr Thüringen (3,0 %). Sachsen konnte damit nur geringfügig vom XXL-Aufschwung in Deutschland profitieren. Es ist zu erwarten, dass es aber im neuen Jahr zu Aufholeffekten kommt, da tendenziell Ostdeutschland etwas verzögert an der guten Entwicklung im Westen teil hat.
Nach Wirtschaftszweigen hat in Sachsen besonders die Industrie kräftig zum Wachstum beigetragen. Ihre Wertschöpfung expandierte um fast 10 %, was hauptsächlich an der guten Exportentwicklung liegt. Gebremst hat besonders der Bausektor mit -0,8 %, da Sachsen besonders hart vom Wintereinbruch Ende 2010 betroffen war. Für 2011 ist hier mit einer leichten Belebung zu rechnen. Auch der wichtige Wirtschaftszweig "Öffentliche und private Dienstleister" stagnierte komplett. Da auch 2011 der Staat seine Ausgaben zurückfahren wird und alle Konjunkturprogramme auslaufen, wird sich daran in diesem Jahr nicht viel verändern.
Samstag, 19. März 2011
Sachsens Exporte wachsen 2010 um fast 30 Prozent
Sachsen hat im letzten Jahr Waren im Wert von fast 25 Milliarden Euro ins Ausland exportiert. Das sind 27,5 % mehr als ein Jahr zuvor. Damit sind die sächsischen Ausfuhren so stark gewachsen wie in keinem anderen Flächenland in Deutschland. Auch die Exporte der anderen beiden mitteldeutschen Bundesländer Thüringen und Sachsen-Anhalt sind mit 23 % und 21 % stärker gewachsen als der deutsche Durchschnitt, der um 19,4 % zugelegt hat.
Damit konnte das Industrieland Sachsen an der weltweiten Erholung der Wirtschaft nach dem Einbruch des Handels im Jahr 2009 teilhaben. Insgesamt wird die Industrie, die besonders am Exportgeschäft verdient, einen großen Beitrag zum sächsischen Wirtschaftswachstum im letzten Jahr beigetragen haben. Das Exportvolumen von fast 25 Milliarden Euro stellt einen neuen Rekord dar. Der bisherige Höchststand wurde vor der Krise im Jahr 2007 mit 23,4 Milliarden Euro erzielt.
Angaben in welche Länder die Ausfuhren gingen, gibt es bisher nur für den Zeitraum von Januar bis September 2010. Als größter Kunde hat sich mittlerweile China etabliert, der in diesem Zeitraum Waren im Wert von über 1,5 Milliarden Euro gekauft hat. In Asien ist außerdem Malaysia ein wichtiger Handelspartner, mit dem enge Kooperationen im Mikroelektronikgeschäft bestehen. Dort wurden Waren im Wert von über 800 Millionen Euro hingeliefert. Auch die USA haben sich wieder erholt und nahmen 1,4 Milliarden Euro teure Waren ab. Die anderen großen Handelspartner sind hauptsächlich europäische Staaten, besonders Frankreich (1 Milliarde €), Polen (970 Mio. €), Italien (953 Mio. €), Großbritannien (882 Mio. €) und Spanien (812 Mio. €).
In den letzten Monaten gab es eine ganze Reihe erfreulicher Nachrichten zum Aufschwung der Industrie in Sachsen. So hat etwa BMW entschieden sein neues Elektroauto in Leipzig zu bauen und erweitert deshalb sein vorhandenes Werk. Auch Porsche baut seine Fabrik in Leipzig stark aus und will dort ein neues Modell vom Band laufen lassen. Damit entstehen in der Leipziger Automobilindustrie fast 2000 neue Jobs und viele weitere werden in Zulieferfirmen und Dienstleistungsunternehmen folgen.
Auch VW hat angekündigt sein Fertigungswerk in Zwickau und das Motorenwerk in Chemnitz auszubauen und die Produktion auszudehnen. Daraufhin hat der Zulieferer Magna angekündigt eine Niederlassung in Meerane, in Südwestsachsen, aufzubauen. Neben der Automobilindustrie wachsen auch die Elektronikindustrie. In Freiberg baut das Photovoltaik-Unternehmen Solarworld gerade seine Fertigung massiv aus. In der kleinen Stadt in Mittelsachsen wird bereits die dritte Fabrik am Standort aufgebaut und der Umsatz hat im letzten Jahr die Milliarden-Grenze erreicht.
Auch die Dresdner Mikroelektronikindustrie erholt sich wieder. Der große Leuchtturm Globalfoundries will 1,3 Milliarden Euro in die Erweiterung seines Werkes in der Elbestadt stecken. Mit dem Aufschwung der Automobil- und Elektronikindustrie in Sachsen ist der Exporterfolg zu erklären. Die angekündigten beziehungsweise bereits angefangenen Werkserweiterungen werden auch für das Jahr 2011 und darüber hinaus Impulse setzten. Der weiterhin expandierende Welthandel wird auch in diesem Jahr das Exportgeschäft wachsen lassen, wenn auch nicht ganz so stark wie vergangenes Jahr.
Damit konnte das Industrieland Sachsen an der weltweiten Erholung der Wirtschaft nach dem Einbruch des Handels im Jahr 2009 teilhaben. Insgesamt wird die Industrie, die besonders am Exportgeschäft verdient, einen großen Beitrag zum sächsischen Wirtschaftswachstum im letzten Jahr beigetragen haben. Das Exportvolumen von fast 25 Milliarden Euro stellt einen neuen Rekord dar. Der bisherige Höchststand wurde vor der Krise im Jahr 2007 mit 23,4 Milliarden Euro erzielt.
Angaben in welche Länder die Ausfuhren gingen, gibt es bisher nur für den Zeitraum von Januar bis September 2010. Als größter Kunde hat sich mittlerweile China etabliert, der in diesem Zeitraum Waren im Wert von über 1,5 Milliarden Euro gekauft hat. In Asien ist außerdem Malaysia ein wichtiger Handelspartner, mit dem enge Kooperationen im Mikroelektronikgeschäft bestehen. Dort wurden Waren im Wert von über 800 Millionen Euro hingeliefert. Auch die USA haben sich wieder erholt und nahmen 1,4 Milliarden Euro teure Waren ab. Die anderen großen Handelspartner sind hauptsächlich europäische Staaten, besonders Frankreich (1 Milliarde €), Polen (970 Mio. €), Italien (953 Mio. €), Großbritannien (882 Mio. €) und Spanien (812 Mio. €).
In den letzten Monaten gab es eine ganze Reihe erfreulicher Nachrichten zum Aufschwung der Industrie in Sachsen. So hat etwa BMW entschieden sein neues Elektroauto in Leipzig zu bauen und erweitert deshalb sein vorhandenes Werk. Auch Porsche baut seine Fabrik in Leipzig stark aus und will dort ein neues Modell vom Band laufen lassen. Damit entstehen in der Leipziger Automobilindustrie fast 2000 neue Jobs und viele weitere werden in Zulieferfirmen und Dienstleistungsunternehmen folgen.
Auch VW hat angekündigt sein Fertigungswerk in Zwickau und das Motorenwerk in Chemnitz auszubauen und die Produktion auszudehnen. Daraufhin hat der Zulieferer Magna angekündigt eine Niederlassung in Meerane, in Südwestsachsen, aufzubauen. Neben der Automobilindustrie wachsen auch die Elektronikindustrie. In Freiberg baut das Photovoltaik-Unternehmen Solarworld gerade seine Fertigung massiv aus. In der kleinen Stadt in Mittelsachsen wird bereits die dritte Fabrik am Standort aufgebaut und der Umsatz hat im letzten Jahr die Milliarden-Grenze erreicht.
Auch die Dresdner Mikroelektronikindustrie erholt sich wieder. Der große Leuchtturm Globalfoundries will 1,3 Milliarden Euro in die Erweiterung seines Werkes in der Elbestadt stecken. Mit dem Aufschwung der Automobil- und Elektronikindustrie in Sachsen ist der Exporterfolg zu erklären. Die angekündigten beziehungsweise bereits angefangenen Werkserweiterungen werden auch für das Jahr 2011 und darüber hinaus Impulse setzten. Der weiterhin expandierende Welthandel wird auch in diesem Jahr das Exportgeschäft wachsen lassen, wenn auch nicht ganz so stark wie vergangenes Jahr.
Mittwoch, 22. Dezember 2010
Forschung in Sachsen
Forschung spielt in einer modernen Volkswirtschaft einer bedeutende Rolle. Spitzenforschung ermöglicht Wertschöpfungsmöglichkeiten in Branchen, die sich sonst nicht in der Region ansiedeln würden. Der Einsatz von neuen Technologien wiederum hebt die Produktivität der erwerbstätigen Bevölkerung, denn sie kann höhere Wertschöpfung in kürzerer Zeit erarbeiten. Die Erhöhung der Produktivität ist wiederum Grundlage für Lohnsteigerungen und ist daher notwendig für Sachsen um den Anschluss an westdeutsche Spitzenregionen zu erreichen.
Die so genannte Patentintensität ist ein Gradmesser für die Stärke eines Wissenschaftsstandortes. Sie Setzt die Zahl der Patentanmeldungen ins Verhältnis zur Bevölkerung. Führendes Bundesland ist hier die Tüftlerheimat Baden-Württemberg mit ca. 140 Patentanmeldungen pro 100.000 Einwohner im Jahr 2008. Danach folgt Bayern mit 108. Der bundesdeutsche Durchschnitt beträgt 60 Anmeldungen pro 100.000 Einwohnern. Sachsen liegt mit etwa 24 weit unter Bundesniveau und im ostdeutschen Vergleich auf Platz 3 nach Thüringen und Berlin.
Warum liegt Sachsen in dieser Kennziffer so weit abgeschlagen im Hinterfeld? Zum einen sind die meisten Unternehmen nur Tochterunternehmen westdeutscher und ausländischer Firmen, die ihre Forschung am Hauptsitz außerhalb Sachsens betreiben. Große Unternehmen mit Sitz in Sachsen, die auch ihre Forschung und Entwicklung hier konzentrieren würden, fehlen hier, wie in ganz Ostdeutschland. Zum anderen werden vielleicht Erfindungen in Sachsen gemacht, aber woanders angemeldet. So haben viele Forschungsinstitute ihren Hauptsitz in Westdeutschland und melden die Entdeckungen eher dort an.
Neben Großkonzernen spielen Forschungsinstitute eine entscheidende Rolle, wenn es um Wachstumsimpulse durch Forschung für die Wirtschaft geht. Hier hat Sachsen besonders in den letzten 10 Jahren viele außeruniversitäre Forschungsgesellschaften an den Standort holen können. Die universitäre Forschung konzentriert sich an den vier großen Universitäten in Leipzig, Dresden, Chemnitz und Freiberg.
Unter den außeruniversitären Forschungsstandorten sticht besonders Dresden hervor. Hier baut die Fraunhofer-Gesellschaft ihren bundesweit größten Standort mit 10 Instituten auf. Dazu kommen 3 Forschungsinstitute der Max-Planck-Gesellschaft und 5 Institute, die Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft sind. Leipzig konnte sich nach Dresden als zweiter großer Forschungsstandort etablieren. Es beherbergt 3 Max-Planck-Institute, 2 Fraunhofer-Institute, 2 Leibniz-Institute und 1 Helmholtz-Zentrum. Chemnitz kann 2 Fraunhofer-Institute sowie zahlreiche kleinere spezialisierte Institute vorweisen.
Von den Wachstumsimpulsen, die von dem Netzwerk an Forschungseinrichtungen ausgehen, hat Sachsen bereits profitiert. Sie arbeiten eng mit der Wirtschaft zusammen und sie sind die Grundlage für eine weiterhin dynamische Entwicklung im Freistaat. Es ist zu hoffen, das das dichte Netz an Instituten auch Forschung und Entwicklung der Unternehmen anreizt und die Defizite Sachsens in diesem Bereich beseitigt. Die Ausgangslage, um Sachsen in der Zukunft zu einer deutschland- und europaweiten Spitzenregion in Sachen Forschung weiterzuentwickeln sind gut.
Die so genannte Patentintensität ist ein Gradmesser für die Stärke eines Wissenschaftsstandortes. Sie Setzt die Zahl der Patentanmeldungen ins Verhältnis zur Bevölkerung. Führendes Bundesland ist hier die Tüftlerheimat Baden-Württemberg mit ca. 140 Patentanmeldungen pro 100.000 Einwohner im Jahr 2008. Danach folgt Bayern mit 108. Der bundesdeutsche Durchschnitt beträgt 60 Anmeldungen pro 100.000 Einwohnern. Sachsen liegt mit etwa 24 weit unter Bundesniveau und im ostdeutschen Vergleich auf Platz 3 nach Thüringen und Berlin.
Warum liegt Sachsen in dieser Kennziffer so weit abgeschlagen im Hinterfeld? Zum einen sind die meisten Unternehmen nur Tochterunternehmen westdeutscher und ausländischer Firmen, die ihre Forschung am Hauptsitz außerhalb Sachsens betreiben. Große Unternehmen mit Sitz in Sachsen, die auch ihre Forschung und Entwicklung hier konzentrieren würden, fehlen hier, wie in ganz Ostdeutschland. Zum anderen werden vielleicht Erfindungen in Sachsen gemacht, aber woanders angemeldet. So haben viele Forschungsinstitute ihren Hauptsitz in Westdeutschland und melden die Entdeckungen eher dort an.
Neben Großkonzernen spielen Forschungsinstitute eine entscheidende Rolle, wenn es um Wachstumsimpulse durch Forschung für die Wirtschaft geht. Hier hat Sachsen besonders in den letzten 10 Jahren viele außeruniversitäre Forschungsgesellschaften an den Standort holen können. Die universitäre Forschung konzentriert sich an den vier großen Universitäten in Leipzig, Dresden, Chemnitz und Freiberg.
Unter den außeruniversitären Forschungsstandorten sticht besonders Dresden hervor. Hier baut die Fraunhofer-Gesellschaft ihren bundesweit größten Standort mit 10 Instituten auf. Dazu kommen 3 Forschungsinstitute der Max-Planck-Gesellschaft und 5 Institute, die Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft sind. Leipzig konnte sich nach Dresden als zweiter großer Forschungsstandort etablieren. Es beherbergt 3 Max-Planck-Institute, 2 Fraunhofer-Institute, 2 Leibniz-Institute und 1 Helmholtz-Zentrum. Chemnitz kann 2 Fraunhofer-Institute sowie zahlreiche kleinere spezialisierte Institute vorweisen.
Von den Wachstumsimpulsen, die von dem Netzwerk an Forschungseinrichtungen ausgehen, hat Sachsen bereits profitiert. Sie arbeiten eng mit der Wirtschaft zusammen und sie sind die Grundlage für eine weiterhin dynamische Entwicklung im Freistaat. Es ist zu hoffen, das das dichte Netz an Instituten auch Forschung und Entwicklung der Unternehmen anreizt und die Defizite Sachsens in diesem Bereich beseitigt. Die Ausgangslage, um Sachsen in der Zukunft zu einer deutschland- und europaweiten Spitzenregion in Sachen Forschung weiterzuentwickeln sind gut.
Freitag, 24. September 2010
Wie gut kommt Sachsen durch die Krise?
Das Geschäftsmodell Deutschlands basiert hauptsächlich auf dem Export. Besonders die deutsche Industrie schafft es mit hoher Qualität auf dem Weltmarkt viel Geld zu verdienen und davon profitieren die Unternehmen wie die Arbeitnehmer. Auch die ostdeutschen Bundesländer passen sich langsam in der Wirtschaftsstruktur dieser Strategie an. Sachsen mit einem hohen Industrieanteil ist dabei weit fortgeschritten. Großes Wachstum besonders im verarbeitenden Gewerbe kann so erreicht werden. Damit ist aber der wirtschaftliche Erfolg auch sehr von der Nachfrage auf dem Weltmarkt abhängig.
Im Jahr 2009 ist die weltweite Nachfrage besonders stark eingebrochen. Deshalb hat Deutschland ein historisch starkes negatives Wachstum gehabt. Seit dem letzten Quartal 2009 erholt sich aber die Weltwirtschaft und damit auch der deutsche Export und die Investitionen der Unternehmen rasant. Wie steht Sachsen im Vergleich mit anderen Bundesländern da? Wie stark ist die sächsische Wirtschaft in der Krise geschrumpft und wie schnell erholt sie sich?
Hier die preisbereinigten Wachstumsraten im Krisenjahr 2009 (Flächenländer, top3, worst3):
Und hier die preisbereinigten Wachstumsraten im ersten Halbjahr 2010 (Flächenländer, top3, worst3):
Baden-Württemberg: 5,0 %
Saarland: 4,9 %
Rheinland-Pfalz: 4,5 %
.
Deutschland: 3,1 %
.
Sachsen: 2,3 %
.
Sachsen-Anhalt: 1,3 %
Mecklenburg-Vorpommern: 0,6 %
Schleswig-Holstein: 0,6 %
Analyse:
Man sieht wie gigantisch stark der Wirtschaftseinbruch im Jahr 2009 besonders für die süddeutschen Ländern mit ihrem hohen exportabhängigen Industrieanteil war. Normalerweise gilt ein Minus von 1 % schon als starke Rezession, aber -5 % ist der stärkste Einbruch der Wirtschaftsleistung seit Bestehen der BRD. Genauso schnell kommt Deutschland aber auch wieder aus der Krise heraus. Das Wirtschaftswachstum von 3,1 % im ersten Halbjahr 2010 ist besonders hoch.
Auffällig ist, wie die Bundesländer im Süden, die am stärksten in der Krise eingebrochen sind, wieder am schnellsten sich erholen, da ihre exportorientierte Industrie vom Aufschwung besonders profitiert. Sachsen hat für ostdeutsche Verhältnisse einen recht hohen Anteil des verarbeitenden Gewerbes an der Gesamtwirtschaftsleistung. Daher brach Sachsen auch recht stark ein, jedoch weniger als der deutsche Durchschnitt und übrigens auch weniger als Thüringen und Sachsen-Anhalt. Entsprechend sieht das Bild im Jahr 2010 aus. Die Erholungsrate bleibt unter dem der gesamtdeutschen zurück aber ist höher als die der exportunabhängigeren Länder im Norden und Osten Deutschlands. Im Jahr 2011 wird voraussichtlich die Wirtschaftkraft der Zeit vor Ausbruch der Krise sowohl in Sachsen wie auch in Deutschland insgesamt wieder erreicht sein.
Im Jahr 2009 ist die weltweite Nachfrage besonders stark eingebrochen. Deshalb hat Deutschland ein historisch starkes negatives Wachstum gehabt. Seit dem letzten Quartal 2009 erholt sich aber die Weltwirtschaft und damit auch der deutsche Export und die Investitionen der Unternehmen rasant. Wie steht Sachsen im Vergleich mit anderen Bundesländern da? Wie stark ist die sächsische Wirtschaft in der Krise geschrumpft und wie schnell erholt sie sich?
Hier die preisbereinigten Wachstumsraten im Krisenjahr 2009 (Flächenländer, top3, worst3):
Schleswig-Holstein: -1,9 %
Brandenburg: -2,1 %
Mecklenburg-Vorpommern: -2,3 %
.
Sachsen: -3,8 %
.
Deutschland: -5,0 %
.
NRW: -5,8 %
Baden-Württemberg: -7,4
Saarland: -7,9 %
Brandenburg: -2,1 %
Mecklenburg-Vorpommern: -2,3 %
.
Sachsen: -3,8 %
.
Deutschland: -5,0 %
.
NRW: -5,8 %
Baden-Württemberg: -7,4
Saarland: -7,9 %
Und hier die preisbereinigten Wachstumsraten im ersten Halbjahr 2010 (Flächenländer, top3, worst3):
Baden-Württemberg: 5,0 %
Saarland: 4,9 %
Rheinland-Pfalz: 4,5 %
.
Deutschland: 3,1 %
.
Sachsen: 2,3 %
.
Sachsen-Anhalt: 1,3 %
Mecklenburg-Vorpommern: 0,6 %
Schleswig-Holstein: 0,6 %
Analyse:
Man sieht wie gigantisch stark der Wirtschaftseinbruch im Jahr 2009 besonders für die süddeutschen Ländern mit ihrem hohen exportabhängigen Industrieanteil war. Normalerweise gilt ein Minus von 1 % schon als starke Rezession, aber -5 % ist der stärkste Einbruch der Wirtschaftsleistung seit Bestehen der BRD. Genauso schnell kommt Deutschland aber auch wieder aus der Krise heraus. Das Wirtschaftswachstum von 3,1 % im ersten Halbjahr 2010 ist besonders hoch.
Auffällig ist, wie die Bundesländer im Süden, die am stärksten in der Krise eingebrochen sind, wieder am schnellsten sich erholen, da ihre exportorientierte Industrie vom Aufschwung besonders profitiert. Sachsen hat für ostdeutsche Verhältnisse einen recht hohen Anteil des verarbeitenden Gewerbes an der Gesamtwirtschaftsleistung. Daher brach Sachsen auch recht stark ein, jedoch weniger als der deutsche Durchschnitt und übrigens auch weniger als Thüringen und Sachsen-Anhalt. Entsprechend sieht das Bild im Jahr 2010 aus. Die Erholungsrate bleibt unter dem der gesamtdeutschen zurück aber ist höher als die der exportunabhängigeren Länder im Norden und Osten Deutschlands. Im Jahr 2011 wird voraussichtlich die Wirtschaftkraft der Zeit vor Ausbruch der Krise sowohl in Sachsen wie auch in Deutschland insgesamt wieder erreicht sein.
Abonnieren
Posts (Atom)