Posts mit dem Label regionale Wirtschaft werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label regionale Wirtschaft werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 12. September 2013

Regionales BIP Wachstum 2011

Eine regionale Auswertung des Bruttoinlandproduktes vom statistischen Landesamt Sachsen steht für 2011 bereit. Das nominale BIP in Sachsen ist um 3,2 % gestiegen, etwas langsamer als im Vorjahr, als es noch um 4,2 % zunahm. In beiden Jahren war dies weniger als der bundesdeutsche Schnitt. Auch 2011 gab es wieder regional große Unterschiede in der Entwicklung. Pauschal gesagt war Leipzig der große Dynamikgewinner und Dresden der Verlierer. Chemnitz zeigte eine etwas unterdurchschnittliche Entwicklung, aber die Umlandkreise entwickelten sich ordentlich.
Das nominale BIP ist in Leipzig von 2009 auf 2010 um fast 10 % gewachsen. Nur der Landkreis Meißen konnte noch stärker zulegen. In den beiden Jahren nach der großen Krise hat sich Leipzig äußerst positiv entwickelt und die Messestadt wird immer attraktiver als Wohn- und Arbeitsort. Das starke Wirtschaftswachstum schafft neue Jobs und zieht mehr Menschen an. Daher hat Leipzig einen noch stärkeren Bevölkerungsanstieg als Dresden zu verzeichnen. Insgesamt hat das BIP-Wachstum gereicht, um auch das BIP pro Kopf steigen zu lassen. Die Leipziger Wirtschaftskraft pro Person ist nun in etwa auf dem selben Stand wie die in Chemnitz. Der Aufschwung in Leipzig strahlt jedoch noch nicht auf seine unmittelbare Region aus: die Landkreise Leipzig und Nordsachsen wuchsen nur unterdurchschnittlich.
Enttäuschend ist die Wachstumsbilanz von 2009 auf 2011 in Dresden. Besonders die Dresdner Industrie konnte nicht zulegen. Hier schlägt besonders die Krise des Mikroelektronikstandorts durch. Die Landeshauptstadt hatte in den beiden Jahren nach der Krise nur ein nominales BIP-Wachstum von 1,4 % zu verzeichnen. Das entspricht sogar einem realen Rückgang. Trotz der geringen Dynamik steigt die Bevölkerung in der Stadt an der Elbe. Augenscheinlich werden trotz anhaltender Industriekrise in Dresden immer noch Jobs geschaffen. Das BIP pro Kopf sinkt jedoch etwas. Dadurch ist der Abstand auf Chemnitz und Leipzig etwas zusammengeschmolzen. In der Region Dresden gibt es aber auch Positives: der Landkreis Meißen war Spitzenreiter bei der BIP-Dynamik 2009 – 2011. Die Region nördlich von Dresden ist auf der BIP/Einwohner-Liste auf Rang drei unter den Landkreisen.
Chemnitz hat sich recht unscheinbar im sächsischen Durchschnitt entwickelt. Die Stadt selber hat kein großartiges BIP- Wachstum gezeigt, aber dafür die benachbarten Landkreise. Erzgebirgskreis, Zwickau und Mittelsachsen sind in den zwei Jahren um etwa 9 % gewachsen. Die gutlaufende Wirtschaft in der Region hat sicher auch zum Abbau der Arbeitslosigkeit hier beigetragen. Die Zahl der Arbeitssuchenden verringert sich rasant. Besonders der Landkreis Zwickau ist als industrielles Herz Sachsens bekannt – der Industrieumsatz ist hier besonders hoch. Auch in Mittelsachsen gibt es mittlerweile eine moderne industrielle Basis. Entsprechend sind Zwickau und Mittelsachsen die wohlhabendsten Landkreise in Sachsen gemessen in BIP/Einwohner.  Der Erzgebirgskreis bleibt jedoch, trotz ordentlichem Wachstum, ein recht armer Landkreis. Nur die Sächsische Schweiz/Osterzgebirge kommt auf ein geringeres BIP/Einwohner.



Sonntag, 11. August 2013

Neues aus dem Mikroelektronikstandort Dresden

Diese Woche wurde bekannt gegeben, dass der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung das Dresdner Technologieunternehmen Novaled für 260 Millionen Euro kauft. Das Unternehmen, dass 2001 aus einer Ausgründung der TU Dresden entstand, entwickelt organische Leuchtdioden (OLED). Diese neue Generation von LEDs bringen eine bessere Farbbrillanz bei geringerem Stromverbrauch für extrem dünne Bildschirme. Samsung will sich diese Technologie sichern, denn der Bildschirmmarkt ist heiß umkämpft und technologischer Vorsprung entscheidend. Die Südkoreaner kaufen aber nicht nur Patente, sondern wollen den Dresdner Standort als Entwicklungszentrum weiter ausbauen.
Novaled hat hier einen starken Partner gefunden. Bisher wurde das Dresdner Unternehmen von Risikokapitalgebern gehalten. Samsung hielt bereits 10 Prozent der Anteile. Nun werden die anderen Eigentümer ausgezahlt und die Südkoreaner übernehmen. Bereits letztes Jahr wurde die Umsatzentwicklung von Novaled hauptsächlich durch die große Nachfrage Samsungs getrieben: 26 Millionen Euro (+53 %). Das sächsische Technologieunternehmen profitiert daher schon stark von der Partnerschaft. Mit der Übernahme werden die Verbindungen gestärkt, Dresden kann auf weitere Investitionen hoffen und die Mitarbeiterzahl wird sich langfristig erhöhen.
Die Übernahme ist die jüngste aus eine Reihe von positiven Nachrichten für den Mikroelektronikstandort Dresden. Samsung wird indirekt Teil des Silicon Saxony und damit engagiert sich neben Globalfoundries und Infineon ein weiterer wichtiger Konzern der Elektronikindustrie an der Elbe. Globalfoundries, das eines seiner beiden Hauptwerke in Dresden hat, ist mittlerweile Nummer 12 im weltweiten Halbleitermarkt. Auch Infineons Geschäfte laufen gut und das Münchner Unternehmen will weiter in Dresden investieren. Neben diesen großen Unternehmen sind auch eine Vielzahl von kleineren Mittelständlern der Mikroelektronikbranche erfolgreich. Eine beispielhafte Nachricht dazu ist, dass der Dresdner Zulieferer Sempa Systems einen Großauftrag aus den USA zum Aufbau eines Gasversorgungssystems für ein Halbleiterunternehmen erhalten hat.
Diese positiven Entwicklungen in der Dresdner Mikroelektronik lassen hoffen, dass die Chipkrise langsam überwunden werden kann. Die Umwälzungen in der Branche in den letzten Jahren haben Dresden als Zentrum der deutschen Halbleiterindustrie stark getroffen. Der Umsatz in der Dresdner Industrie ist auch 2012 weiter hinter denen in Boomjahren vor der Krise zurückgeblieben. Für einen neuen Boom wäre Dresdner aber gut aufgestellt und könnte stark profitieren, denn die Branche ist sehr schwankungsanfällig, aber hat natürlich hohes Zukunftspotential.
Die Nachricht von der Übernahme Novaleds durch Samsung steht außerdem im Kontext eines neuen Wachstums der sächsischen Industrie, das nicht mehr durch Neuansiedlungen auf der grünen Wiese, sondern durch internes Wachstum der Unternehmen getrieben wird. Auch das sächsische Wirtschaftsministerium sieht diese Strategie als richtig an. Gab es in den 1990er und 2000er immer wieder Erfolgsmeldungen von großen Unternehmen, die neue Werke im Freistaat errichteten, werden solche Nachrichten immer seltener. Die Wirtschaftsförderung will nun tendenziell bereits ansässige Unternehmen unterstützen. Die Geschichte von Novaled ist ein gutes Beispiel: das Unternehmen gedieh prächtig im Umfeld der sächsischen Forschungslandschaft und das wiederum zieht nun Investitionen eines internationalen Großkonzerns an.

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Leipzig 2010 mit Dynamik, Dresden und Chemnitz schwächer

Mittlerweile hat das statistische Landesamt Sachsen detailierte Wirtschaftszahlen für 2010 veröffentlicht. Daten zu Bruttoinlandsprodukt und Erwerbstätigenzahl liegen nun auf regionaler Kreisebene vor. Daher hier ein Rückblick in den Konjunkturverlauf des ersten Jahres nach dem großen krisenbedingten Einbruch 2009. Das Jahr war eine Periode der starken wirtschaftlichen Erholung in Deutschland. Besonders die süddeutsche Industrie hatte sich nach dem drastischen Einbruch in der Krise schnell erholt und verhalf der deutschen Wirtschaft zu einem erfolgreichen Aufschwung. Sachsen hinkte der Entwicklung allerdings etwas hinterher. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) war zwar in der Krise auch nicht sehr stark eingebrochen, aber das sächsische Wirtschaftswachstum war 2010 deutlich geringer im Vergleich zum bundesdeutschen Durchschnitt (Link). Zu Marktpreisen lag das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes in Sachsen bei 2,5 %.


Obige Tabelle zeigt das regionale Wirtschaftswachstum des BIP zu jeweiligen Preisen im Jahr 2010. Am dynamischsten haben sich Mittelsachsen, der Erzgebirgskreis und Meißen entwickelt. In diesen Kreisen spielt die Industrie eine immer wichtigere Rolle. Der traditionelle Industriestandort Erzgebirge kann ein gutes Wachstum der Exporte verbuchen. Die Produktivität in Mittelsachsen ist besonders hoch aufgrund einer Vielzahl von modernen Industrieunternehmen, die sich hier zwischen Dresden und Chemnitz mittlerweile angesiedelt haben. Es gibt allerdings auch einige sehr schwache ländliche Regionen in Sachsen. So ist die Wirtschaft im Vogtland, in der Sächsischen Schweiz und in Nordsachsen kaum gewachsen und in Bautzen sogar geschrumpft. Bei den großen Städten in Sachsen gibt es auch eine klare Verteilung der Kräfteverhältnisse. Leipzig ist mit 3,0 % am stärksten gewachsen. Dresden lag mit 2,5 % im sächsischen Durchschnitt und die Region Chemnitz-Zwickau mit etwa 2,0 % lag darunter. Die aktuelle Wirtschaftsstärke pro Einwohner in 2010 kann in der unten stehenden Tabelle begutachtet werden. Natürlich liegen hier die kreisfreien Städte aufgrund der Einpendlerzahl an der Spitze der Statistik. Dresden hat das höchste BIP pro Kopf, gefolgt von Chemnitz und dann Leipzig. Es folgen zwei Landkreise mit starken Industrieansiedlungen: Mittelsachsen und Zwickau. Es folgen alle weiteren Landkreise ohne große Überraschungen. Die Gebirgsregionen Westerzgebirge und Osterzgebirge/Sächsische Schweiz haben die geringste Wirtschaftsleistung pro Einwohner.


Eine weitere Tabelle zeigt die Entwicklung der Erwerbstätigenzahl in den Kreisen 2010. Dies ist interessant besonders vor dem Hintergrund, dass Sachsen eine stark sinkende Arbeitslosenquote in den letzten Jahren aufweisen konnte. Anhand dieser Statistik kann man sehen, welche Region dies nicht nur aufgrund der Demografie schafft, sondern wo wirklich neue Arbeitsplätze entstehen. Hier sind Leipzig und Zwickau deutliche Spitzenreiter. Beide Regionen profitieren vom Aufschwung der Automobilindustrie, der 2010 besonders die Konjunktur getrieben hat. Während die benachbarten Landkreise sogar Arbeitsplätze verlieren, wächst die Erwerbstätigenzahl in Leipzig um starke 1,7 %. Nach diesen beiden Regionen folgt Ostsachsen mit Dresden, Görlitz und Bautzen, die 0,7 – 0,9 % mehr Erwerbstätige zählen. In Chemnitz wächst diese Zahl noch mit 0,5 %. Die Zahl wächst wenn auch nur minimal im Erzgebirgskreis ebenso. Da das Erzgebirge weiter stark von Abwanderung betroffen ist, sinkt hier die Arbeitslosenquote besonders deutlich. Alle weiteren Landkreise bauen die Beschäftigung leicht ab.


Insgesamt fällt auf, dass Leipzig sich nach dem Krisenjahr 2010 am dynamischsten entwickelt. Das Wirtschaftswachstum ist besonders von den Autobauern Porsche und BMW getrieben, die ihre Produktion schnell hochgefahren haben. Auch der anziehende Logistikbetrieb um den Flughafen Leipzig hat die Region in Aufschwung versetzt. Dresden und die Region Ostsachsen entwickeln sich eher durchschnittlich. Dresden wächst stetig ohne spektakulär aufzufallen. Die Stadt Chemnitz steht im Wachstum der hier gezeigten Indikatoren etwas unterdurchschnittlich dar. Die benachbarten Landkreise Erzgebirge, Zwickau und Mittelsachsen schaffen allerdings in einigen Kategorien Spitzenwerte.

Samstag, 1. Dezember 2012

Logistik in Leipzig

Die Region Leipzig entwickelt sich momentan wirtschaftlich äußerst dynamisch. Bei wichtigen Indikatoren kann die größte Stadt Sachsens punkten. Leipzig zeigt sich in letzter Zeit sehr erfolgreich wenn es darum geht Beschäftigung aufzubauen und die Arbeitslosenquote zu senken (Link). Auch die Bevölkerung (Link) wächst durch ein stark positives Wanderungssaldo, denn die Stadt ist attraktiv und boomt wirtschaftlich. Leipzig hat einige Branchen erfolgreich gefördert und mit mehreren großen Ansiedlungserfolgen ein wichtiges wirtschaftliches Standbein aufgebaut. Die aktuell wichtigsten Treiber der ökonomischen Entwicklung der Region sind die Automobilbranche und die Logistikbranche.
Porsche und BMW bauen beide ihre Werke in Leipzig aus und benötigen für die Logistik starke Partner in der Region. DB Schenker hat bereits Ende letzten Jahres ein großes neues Logistikzentrum im Leipziger Norden in Betrieb genommen. Dort werden Bauteile von BMW nach China auf die Schiene geschickt. Dafür hat DB Schenker bereits 700 neue Mitarbeiter eingestellt. Ende November hat der Konzern angekündigt bis Ende nächsten Jahres die Angestelltenzahl am Standort Leipzig zu verdoppeln, da die Nachfrage unerwartet stark ist. Dazu entwickelt DB Schenker neue Flächen, um den Logistikbedarf von BMW zu decken.
Man kann sich leicht vorstellen, dass sich hier die Entwicklung von Automobil- und Logistikbranche gegenseitig begünstigen. Der Leipziger Logistikstandort erstreckt sich besonders im Norden der Stadt, wo Flughafen, mehrere gut ausgebaute Autobahnen und die Fabriken von BMW und Porsche nebeneinander liegen. Viel Platz und gute Verkehrinfrastruktur zieht hier viele Logistiker an. Natürlich spielt der Flughafen Halle/Leipzig eine zentrale Rolle für den Logistikstandort. Besonders bedeutend war die Eröffnung des DHL-Hubs hier. Die Tochter der Deutschen Post hat ihr europäisches Luftfrachtdrehkreuz 2008 nach Leipzig verlagert. Seitdem hat der Paketdienstleister etwa 350 Millionen Euro investiert. Die Nachflüge am Flughafen machen es möglich, dass Leipzig mittlerweile der nach Frankfurt am Main zweitwichtigste Frachflughafen Deutschlands ist. Erst neulich wurde der 3.500ste Mitarbeiter bei DHL in Leipzig eingestellt. Dadurch bringt das Unternehmen der sächsischen Großstadt eine Menge Beschäftigung, auch für nicht Hochqualifizierte.
Das andere große Unternehmen, das in Leipzig ein Logistikzentrum betreibt, ist Amazon. Auch hier kann man erwarten, dass durch Nachfrage nach einfacher Arbeit das drängende Problem der hohen Arbeitslosigkeit gemildert werden kann. Zum Beispiel sucht der Versandhändler für das Weihnachtsgeschäft etwa 3.000 Saisonarbeiter. Neben diesen großen Leuchttürmen lassen sich auch viele kleinere Betriebe nieder. Mittlweile sind die meisten großen, gut erschlossenen und modernisierten Flächen bereits belegt. Langsam kann sich Leipzig durch seine zentrale Lage in Mitteldeutschland unter den großen deutschen Logistikstandorten etablieren. Nach Berlin ist die Region Halle/Leipzig der wichtigste Standort der Branche in Ostdeutschland.
Dresden und Chemnitz hingegen liegen etwas abseits bzw. haben eine schlechtere Verkehrsanbindung (Chemnitz), um bundesweit bedeutende Logistikstandorte zu werden. Für die Region Chemnitz-Zwickau ist zu hoffen, dass nach Fertigstellung der A72 nach Leizpig und des Mitteldeutschen S-Bahnnetztes auch die südwestsächsische Region von der Dynamik profitieren kann. Viele Zulieferer der Automobilindustrie haben hier Werke und eine schnelle Verbindung nach Leipzig ist für die industrielle Entwicklung daher sicher von Vorteil.

Freitag, 2. März 2012

Dresden und Leipzig immer beliebter bei Touristen und als Wohnort

Die beiden größten Städte Sachsen werden stetig beliebter bei Touristen und auch als Wohnort. Sowohl Dresden als auch Leipzig konnten im Jahr 2011 deutlich bei der Einwohnerzahl zulegen. Leipzig hatte dabei den größten Zuwachs. Die Messestadt hat nun 531.000 Einwohner, 1,6 % mehr als ein Jahr zuvor. Dresden hat im gleichen Zeitraum auf 529.300 Einwohner zugelegt, 1,2 % mehr. Diesem Bevölkerungszuwachs in den beiden Zentren steht weiterhin ein starker Rückgang in den anderen Landkreisen gegenüber. Sachsen verlor 2011 insgesamt 0,3 % seiner Bevölkerung. Auch Chemnitz hatte wieder einen leichten Rückgang von 0,2 %.

Die erfreuliche Entwicklung der beiden großen Städte in Sachsen macht mittlerweile auch ein Umdenken der Politik nötig. Deren Investitionspläne gehen von einem breiten Bevölkerungsrückgang in Sachsen aus. Doch während in den Landkreisen Schulen geschlossen werden müssen, werden Dresden und Leipzig in neue Schulen und Kindertageseinrichtungen investieren. Und direkt gibt es auch beim Hochschulsystem Kritik an der Landesregierung, die bisher von sinkenden Studentenzahlen in Sachsen ausgegangen war. Die demographische Entwicklung besonders in Dresden aber und der starke Zuzug von Studenten aus anderen Bundesländern lassen die Hörsäle füllen. Entsprechend verschlechtert sich das Betreuungsverhältnis.

Weiterhin erfreulich für Sachsen sind die steigenden Gästezahlen. Wiederum ziehen hier Dresden und Leipzig die meisten Touristen an. Beide Städte profitieren vom deutschlandweiten Boom von Städtereisen. Dresden konnte letztes Jahr 1,8 Millionen Gäste begrüßen (+6,3 %). Leipzig besuchten 1,2 Millionen Menschen (+6,5 %). Damit ist die Landeshauptstadt fest auf Platz 7 der beliebtesten Reiseziele in Deutschland etabliert, direkt hinter Düsseldorf. Leipzig belegt Rang 10 hinter Stuttgart und Hannover. Die deutlichsten Zuwächse im Deutschlandvergleich konnten allerdings die großen und bei Touristen beliebten Städte Köln, München, Berlin und Hamburg verbuchen.

Freitag, 8. Juli 2011

Regionales BIP in Sachsen im Krisenjahr 2009

Im Krisenjahr 2009 ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in allen Kreisen Sachsens gesunken. Der dramatische Einbruch der Weltwirtschaft nach der Finanzkrise traf besonders die exportorientierte Industrie. Entsprechend waren auch die Regionen in Sachsen besonders stark betroffen, in denen die Industrie eine wichtige Rolle spielt. Umgekehrt haben Dienstleistungsstandorte weniger stark gelitten. Gleichwohl betraf der Rückgang der Wirtschaftskraft alle Sektoren und alle Regionen in Sachsen. Im Freistaat insgesamt sank das BIP um 2,0 %.

Zustand der sächsischen Wirtschaft 2009:


Wachstum der sächsischen Wirtschaft 2009:


Die Region um Leipzig, mit dem Landkreis Nordsachsen und dem Leipziger Landkreis, hat traditionell ihren Fokus eher auf dem Dienstleistungssektor. Dadurch fehlen in der Region Industriearbeitsplätze und es gibt eine hohe Arbeitslosenquote. Doch die Wirtschaftskrise hat hier auch weniger Schaden angerichtet. Das BIP in Leipzig ist nur um 0,4 % gesunken, das BIP in Nordsachsen nur um 0,3 %.

Anders im Chemnitzer Raum: die Industrie spielt hier eine wichtige Rolle. Die Exportquote konnte in den letzten Jahren stetig gesteigert werden. Die Region hat daher den Einbruch der Weltwirtschaft 2009 zu spüren bekommen. In Chemnitz sank das BIP um 2,4 %, in Zwickau und im Erzgebirgskreis um 2,8 % und in Mittelsachsen gar um 3,4 %.

Im Dresdner Raum sah sie Situation etwas durchmischter aus. Das BIP der Landeshauptstadt sank merklich um 1,5 %, aber nicht so stark wie der sächsische Durchschnitt. Auch die Sächsische Schweiz und Görlitz waren nicht so stark betroffen. Bautzens BIP aber sank um 3,1 % und Meißen hatte mit 4,3 % den stärksten Rückgang in ganz Sachsen zu verzeichnen gehabt.

Betrachtet man das BIP pro Einwohner im Bestand, das Niveau der Wirtschaftskraft also, stellt man fest, dass die kreisfreien Städte deutlich vor den Landkreisen liegen. Dresden, Chemnitz und Leipzig sind die Zentren der Wirtschaft Sachsens. Das spiegelt sich auch in den Zahlen wieder. Danach ist Dresden die mit Abstand reichste Region in Sachsen, gefolgt von Chemnitz und Leipzig. Die besten "ländlichen" Wirtschaftsstandorte sind Mittelsachsen, Zwickau und Meißen. Alle drei hatten schwer unter der Krise zu leiden. Schließlich liegen deutlich abgeschlagen die beiden Gebirgsregionen Sächsische Schweiz und das Erzgebirge auf den letzten Plätzen der Rangliste nach Wirtschaftskraft.

Dienstag, 7. Juni 2011

Wirtschaftsfaktor Tourismus wächst rasant

In den letzten Tagen fand in Dresden ein Mammut-Event statt: der evangelische Kirchentag zog hunderttausende Menschen in die Stadt. Um diesem Ansturm Herr zu werden, wurde die Unterbringung der Besucher von langer Hand geplant. Nicht nur für Hotels und Gaststätten sondern auch für kleinere Pensionen in Dresden und im Umland war das ein riesiges Geschäft. Ersten Schätzungen zufolge ließen die Gäste etwa 30 Millionen Euro in der Stadt. Außerdem war der Kirchentag eine gute Werbung für die Gastfreundlichkeit Sachsens und alleine das Zeigen der Dresdner Silhouette in den Fernsehnachrichten ist Gold wert für das Touristenziel Dresden.

Der Tourismus in Sachsen ist ein stark wachsender Wirtschaftszweig des Freistaats. Laut Statistik wurden im Jahr 2010 fast 6,3 Millionen Gästeankünfte verzeichnet. Das sind 5 % mehr als im Jahr davor und mehr als im bisher besten Jahr 2006. Die große Mehrzahl kommt aus Deutschland selber. Etwa 700.000 ausländische Gäste kamen dazu letztes Jahr nach Sachsen (+15 %). Die Herkunftsländer waren besonders die USA, die Niederlande, Österreich, Schweiz und Großbritannien. Die größten Wachstumsmärkte sind Australien/Ozeanien (+36,6 %) und Asien (+26,2 %) gewesen.

Touristen-Hauptstadt Sachsens ist natürlich Dresden: 1,68 Millionen Gäste haben in der Stadt 2010 übernachtet. Das ist ein Wachstum von fast 10 % und liegt deutlich über dem Durchschnitt. Nicht zu übersehen sind in Dresden die vielen Hotels aller Preisklassen, die besonders in der Innenstadt aus dem Boden schießen. Dagegen gibt es auch viel Kritik, aber der Tourismus bringt sehr viel Geld für die Wirtschaft der Stadt. So entstehen auch immer mehr Arbeitsplätze nicht nur in den Hotels und Gaststätten, sondern auch im Einzelhandel. Dresden hat eine Einzelhandelsfläche pro Kopf der Bevölkerung, die weit über dem Bundesdurchschnitt liegt. Dies lohnt sich für die Betreiber, da Dresden ständig viele Gäste in der Stadt hat, die auch Einkaufen gehen. Außerdem strahlt die touristische Anziehungskraft Dresdens auch auf das landschaftlich reizvolle Umland aus: 373.000 Gästeankünfte konnte die Sächsische Schweiz verzeichnen und 415.000 das Sächsische Elbland um Meißen.

Das zweite große Zentrum für Touristen ist die Stadt Leipzig, die letztes Jahr 1,12 Millionen Gäste zählte. Das sind 9 % mehr als ein Jahr zuvor. Die Städte haben also ein überdurchschnittliches Wachstum, wahrscheinlich auch weil der Städtetourismus besonders in Deutschland immer beliebter wird. Das Umland von Leipzig versucht man auch immer mehr als Touristenziel auszubauen. In der touristischen Region "Sächsisches Burgen- und Heideland" waren 614.000 (+5,9 %) Gästeankünfte zu verzeichnen. Die Region umfasst ein großes Gebiet im Zentrum des Freistaates nördlich von Chemnitz bis zur brandenburgischen Grenze und umfasst unter anderem das Leipziger Neuseenland.

Tourismus ist auch für das Erzgebirge ein besonders wichtiger Wirtschaftsfaktor. Hier konnten letztes Jahr fast 1 Millionen (+2,8 %) Gäste gezählt werden. Damit ist das Erzgebirge die dritte wichtige Tourismusregion in Sachsen. Für das Gebirge ist die Winterzeit und die Weihnachtszeit Hochsaison. Außerdem dient das Erzgebirge als Naherholungsgebiet für die Stadtbewohner aus Dresden, Chemnitz und auch für Leipziger. Einen Impuls für die Region könnte auch die Eröffnung des Kammwanderwegs im Erzgebirge sein. Vom Osterzgebirge kann man nun bis ins Vogtland und nach Thüringen wandern. Ein weiterer Unterschied zwischen Stadttourismus und Landtourismus ist die unterschiedliche Aufenthaltsdauer. Während der durchschnittliche Gast in Dresden 2 Tage verbringt, verweilt er im Erzgebirge ganze 3 Tage. Dadurch kommt das Erzgebirge sogar auf fast eine genau so hohe Zahl an Übernachtungen wie Dresden: 3 Millionen im letzten Jahr.

Samstag, 21. Mai 2011

Regionale Verteilung der Arbeitslosigkeit in Sachsen im April 2011

Ich habe eine Karte erstellt, die in etwa die regionale Verteilung der Arbeitslosigkeit in Sachsen im April 2011 darstellen soll. Dabei steht jeder Punkt für eine Angabe der Arbeitslosenquote in der jeweiligen Geschäftstelle der Bundesagentur für Arbeit. Die großen Punkte bezeichnen die kreisfreien Städte Chemnitz, Dresden und Leipzig, die mittelgroßen Punkte sind Sitze der Landkreise und die kleinen Punkte sind andere Geschäftsstellen der Bundesagentur für Arbeit. Die Farbe der Punkte bezeichnet entsprechend der angegebenen Skala die gemeldete Arbeitslosigkeit im Einzugsbereich der Geschäftsstellen.


Es stellt sich ein interessantes Bild der regionalen Versorgung mit Arbeitsplätzen heraus. Wie üblich haben die großen Städte eine tendenziell höhere Arbeitslosenquote als die umgebenden ländlichen Gebiete. Viele Beschäftigte, die in der Stadt arbeiten, leben im Umland und zählen damit zur Bevölkerung der Landkreise. Chemnitz hat bezogen auf die Einwohnerzahl die größte Zahl an Einpendlern in Sachsen. Die vielen Industriearbeitsplätze in Chemnitz, Zwickau, im Erzgebirge und in Mittelsachsen lassen die Region wirtschaftlich gut dastehen. So ist Chemnitz nur von grünen Punkten umgeben. Freiberg ist dabei der beste Kreissitz in Sachsen mit einer Arbeitslosenquote von bereits unter 8 %. Flöha und Zschopau östlich und südöstlich von Chemnitz konnten die stärkste Reduktion des Arbeitslosenbestandes vorweisen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank der Bestand um jeweils 27 %.

Auch Dresden ist in der Arbeitsplatzversorgung und der Senkung der Arbeitslosenquote sehr erfolgreich. Die Elbmetropole hatte im April mit 10,7 % die niedrigste Arbeitslosenquote der kreisfreien Städte in Sachsen. Auch das Umland hat besonders niedrige Quoten im sachsenweiten Vergleich. Radebeul und Radeberg etwa haben beide Werte unter 8 %. Der an Dresden grenzende Landkreis Bautzen hat das wahrscheinlich größte Gefälle der Arbeitslosenquote. In Kamenz liegt sie bei 6,9 %, sachsenweiter Topwert unter den Geschäftstellen, und im nicht weit entfernten Hoyerswerda bei 13,0 %.

Die Regionen mit der größten Arbeitslosenzahl sind Leipzig und die strukturschwachen ländlichen Regionen, die weit entfernt von den großen Zentren liegen, besonders Nordsachsen, Bautzen und der Landkreis Görlitz. Die Geschäftsstelle in Görlitz meldete eine Quote von 16,1 % und Torgau in Nordsachsen von 14,8. In Leipzig steht die Quote bei 13,8 und damit am höchsten unter den großen Städten.

Tendenziell wird die Arbeitslosenquote in Sachsen weiter auf breiter Front fallen. Vor allem auf Grund des Aufschwungs der Industrie, aber auch wegen der alternden Bevölkerung und der damit verbundenen Reduktion der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter. Das Zahlenmaterial auf denen die Karte basiert, ist nur eine kurze Momentaufnahme des Monats April 2011. Dadurch kann aber eine möglichst aktuelle Lage der regionalen Wirtschaftsentwicklung in Sachsen abgebildet werden.