Posts mit dem Label Sachsen im Vergleich werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Sachsen im Vergleich werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 29. September 2013

Aktuelle Konjunktur: Erstes Halbjahr 2013


Die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder hat das Bruttoinlandsprodukt im ersten Halbjahr 2013 für die einzelnen Bundesländer geschätzt. Die Tabelle zeigt die preisbereinigten Wachstumsraten zum Vorjahreszeitraum. In der Bundesrepublik insgesamt schrumpfte dabei das BIP leicht um -0,3 %. Dabei war das erste Quartal besonders schlecht. Aufgrund des langen Winters mussten Bauprojekte aufgeschoben werden und auch vom europäischen Umfeld gab es keine positiven Signale. Im zweiten Quartal waren die Rahmenbedingungen schon deutlich besser. Die deutsche Wirtschaft wuchs wieder stärker, aber konnte nicht den Einbruch im ersten Quartal aufholen. Im ersten Halbjahr 2013 fällt besonders die anhaltende Investitionsschwäche auf. Diese wird insgesamt das BIP-Wachstum für 2013 belasten. Andere Faktoren, wie die Baukonjunktur, der Konsum und der europäische Außenhandel werden wohl im zweiten Halbjahr 2013 anziehen und dann für ein leicht positives BIP-Wachstum für das Gesamtjahr sorgen.
In Ostdeutschland sieht das konjunkturelle Bild im ersten Halbjahr 2013 sehr differenziert aus. Berlin wächst von allen Bundesländern am kräftigsten. Die Dienstleistungen in der Hauptstadt boomen und die schwache Industriekonjunktur schlägt weniger durch. Auch Brandenburg profitiert deutlich von den Ausstrahlungseffekten Berlins. Alle anderen neuen Länder schrumpfen sehr stark um -1,2 %. Nur im Saarland war der Wirtschaftseinbruch im ersten Halbjahr noch stärker. In den mitteldeutschen Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen führen ähnliche Faktoren zu der Rezession: die schwache Industriekonjunktur wirk hier besonders, weil das Gewicht des verarbeitenden Gewerbes recht stark ist. Außerdem produzieren die Firmen hier in der nachgelagerten Wertschöpfungskette. Sie bekommen die Investitionszurückhaltung in Deutschland besonders zu spüren. Dazu kommt, dass – anders als z.B. in Bayern und Baden-Württemberg – weniger in außereuropäische Länder exportiert wird.
Das Hochwasser im zweiten Quartel wird auch seinen Beitrag zur Verzögerung der Erholung im Baugewerbe geleistet haben. Dadurch konnten die Nachholeffekte weniger wirksam werden als in anderen Bundesländern. Da aber die Aufträge im zweiten Halbjahr abgearbeitet werden können, wird dies überdurchschnittlich zum Wachstum dann beitragen. Das aktuelle Halbjahr sieht durchweg positiver für Sachsen und Mitteldeutschland aus. Die europäische Wirtschaft erholt sich langsam und die gesamtdeutschen Investitionen steigen wieder. Das sind zwei Faktoren von denen die sächsischen Unternehmen besonders stark profitieren dürften. Auf mittelfristig Sicht ist es aber unwahrscheinlich, dass die mitteldeutschen Bundesländer über dem deutschen Durchschnitt wachsen können. Seit dem Krisenjahr 2009 sind die Wachstumszahlen des BIP etwas geringer als in Westdeutschland – sowohl in den Aufschwungphasen wie auch in den Schwächephasen.

Dienstag, 22. Januar 2013

Sachsens Mieten deutlich unter Durchschnitt

Das Thema Wohnraum und Mietpreise beschäftigt zurzeit Deutschland. Niedrige Zinsen und die Attraktivität des im internationalen Vergleich günstigen und sicheren Immobilienmarktes Deutschland ziehen Investoren an. Deren Engagement führt nun zu stark steigenden Kauf- und Mietpreisen, da das Wohnungsangebot in den Jahren vor der Eurokrise kaum ausgeweitet wurde. Mittlerweile führt das Interesse der Investoren zwar auch zu einem Bauboom, aber die Fertigstellung neuer Wohnungen kann die Nachfrage besonders in den großen Metropolen nicht befriedigen. Bei Anlegern besonders begehrt sind die sogenannten A-Städte: das sind die vier Millionenstädte Berlin, Hamburg, München und Köln sowie die Wirtschaftszentren Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf.

Unter den A-Städten befindet sich nur eine in Ostdeutschland: In Berlin liegen die durchschnittlichen Preise im aktuellen Mietpreisspiegel von 2012 bei 7,85 Euro pro m² kalt. Das ist mit Abstand der geringste Wert unter den A-Städten. München als teuerste Stadt liegt bei 14,50 Euro, Frankfurt bei 12,40 und Hamburg bei 11,15 Euro. Trotzdem ist Berlin mit diesem Mietpreisniveau bereits eine der teuersten Städte in Ostdeutschland. Nur Potsdam ist mit knapp über 8 Euro etwas teurer zum wohnen. Im Osten Deutschlands gibt es außerdem noch eine überraschend teure Stadt in Thüringen: Jena liegt mit 7,5 Euro nur knapp unter dem Niveau von Berlin. Eine gesunde wirtschaftliche Lage und Zuzug durch Studenten heben hier die Preise.

Sachsens Städte sind von den Mietpreisen der A-Städte weit entfernt. Selbst die beiden großen Städte Dresden und Leipzig, die durch viel Zuzug eine steigende Bevölkerung verzeichnen können, haben augenscheinlich genug Wohnraum um der Nachfrage gerecht zu werden. In Dresden beträgt das durchschnittliche Mietpreisniveau 6,5 Euro und in Leipzig 5,2 Euro pro m². Der Wohlstand in beiden Städten liegt allerdings auch noch weit hinter Metropolen wie München und Hamburg zurück. Entsprechend ergibt sich aus den niedrigeren Einkommen in Sachsen zwangsläufig ein niedrigeres Mietpreisniveau. Zum anderen hat besonders Leipzig noch Stadtteile mit vielen leerstehenden Wohnungen und Altbauten, mit deren Sanierung einfach neuer attraktiver Wohnraum geschaffen werden kann.


Sachsenweit sind die Mietpreise in Dresden und Umgebung am höchsten. In Radebeul ist das Wohnen in Sachsen am teuersten. In den Dresdner Stadtteilen Innere Altstadt und Loschwitz werden sogar Mietpreise von über 10 Euro pro m² im Durchschnitt angezeigt. In der Leipziger Region sind die Mieten in Markkleeberg noch am höchsten. Aber selbst im Zentrum von Leipzig ist wohnen im Durchschnitt nur 8 Euro pro m² teuer. Sachsen hat besonders günstigen Wohnraum in der Region Chemnitz zu bieten. Die Durchschnittspreise in Chemnitz und Zwickau liegen bei nur 4,85 Euro. In ländlichen Regionen die weiter von größeren Städten entfernt liegen gehen die Mietpreise kaum über die 4 Euro hinaus. Das ist besonders im Erzgebirge, im Vogtland und an der polnischen Grenze der Fall.

Zusammenfassend muss man sagen, dass die Mietpreise in kaum einem Bundesland so niedrig sind wie in Sachsen. Selbst die Mietpreise in Dresden sind im Durchschnitt vergleichsweise günstig, wenn auch mit stark steigender Tendenz. Für das extrem niedrige Mietpreisniveau in der Region Chemnitz-Zwickau ist wahrscheinlich hauptsächlich die Abwanderung der letzten Jahre/Jahrzehnte und die daraus folgende negative demografische Entwicklung verantwortlich. Dadurch ist die Nachfrage gering und das Problem des Überangebots an Wohnraum kann trotz vieler Abrisse nicht gelöst werden. Für Leipzig kann man jedoch mit steigenden Mieten in der Zukunft rechnen. Noch aber ist so viel günstiger Wohnraum in der boomenden Stadt zu haben. Auch wenn es viele Projekte von Investoren in Leipzig gibt, kann man die Preissituation in der größten Metropole Sachsens nicht mit westdeutschen Wirtschaftszentren vergleichen.

Sonntag, 27. Februar 2011

Sachsens Regionen im europäischen Vergleich

Vergangene Woche hat Eurostat, die Statistikbehörde der Europäischen Union, eine Übersicht über die Wirtschaftskraft auf regionaler Ebene in Europa veröffentlicht. Hier können nicht nur die einzelnen Länder Europas verglichen werden, sondern auch kleinteiligere Regionen. Die zweite Vergleichsebene nach der Länderebene ist dann eine regionale Einteilung, die in Deutschland den Bundesländern entspricht. In der nächsten Einteilung werden dann noch einmal kleinteiligere Regionen betrachtet, die in Sachsen den Direktionsbezirken Dresden, Leipzig und Chemnitz entsprechen.

Für die Regionen wird bei Eurostat nicht einfach das Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner verglichen, sondern ein Kaufkraftstandart pro Einwohner errechnet. Dieser Kaufkraftstandart (KKS) soll die unterschiedlichen Preisniveaus in den Region berücksichtigen. Dadurch wird nicht nur ein Euro-Wert der Wirtschaftskraft verglichen, sondern es wird berücksichtigt wie viel Kaufkraft ein Euro in einer Region letztlich besitzt. So kann in einer wirtschaftsstarken Region vielleicht mehr erwirtschaftet werden, aber wegen höheren Preisen, ist das Erwirtschaftete auch relativ weniger Wert. Anders herum ist ein Euro in einer Region mit niedrigem Preisniveau mehr Wert, da von einem Euro mehr gekauft werden kann.

Für Sachsen liegt dieser KKS im Jahr 2008 bei 21 500 pro Einwohner. Der Schnitt der Europäischen Union liegt bei 25 100 KKS pro Einwohner. Sachsen erreicht also nur 86 % des durchschnittlichen Wohlstandsniveaus in Europa. Die nächst kleinere Ebene betrachtet, kann man feststellen, dass der Bezirk Leipzig mit 89 % des Durchschnittsniveaus die stärkste Region in Sachsen ist. Gefolgt wird Leipzig von Dresden mit 87 % und Chemnitz mit 83 %. Insgesamt sind die Unterschiede also in der Entwicklung der Regionen Sachsens nicht sehr groß.

Anders wenn man Deutschland betrachtet: das Wohlstandsgefälle der Regionen ist groß.
Hamburg erreicht 188 % des Durchschnitts der EU, Oberbayern 162 %, Bremen 158 %, Frankfurt-Darmstadt 156 % und Stuttgart 139 %. Zurück liegen hauptsächlich Regionen in Ostdeutschland und eine Niedersächsische: Brandenburg Nordost: 75 %, Mecklenburg-Vorpommern 81 %, Chemnitz 83 %, Thüringen 84 % und Lüneburg 84 %.

Europaweit sind die Unterschiede noch weitaus größter: Inner London kommt auf 343 % des EU-Durchschnitts, Luxemburg auf 279 % und Brüssel auf 216 %. Auf den letzten 10 Plätzen liegen 5 bulgarische, 4 rumänische und 1 polnische Region. Severozapaden in Bulgarien etwa kommt nur auf 28 % des EU-Durchschnitts.

Kritikpunkte zum Vergleich gibt es natürlich allerhand. Besonders schwierig ist, sehr verschiedene Regionen Europas zu vergleichen. So sind in manchen Ländern einige Städte administrativ Eigenständig. Auch in Deutschland ist das so, daher werden die Städte Berlin, Hamburg und Bremen mit den flächenmäßig größeren Provinzen in Europa verglichen. Auf der nächst kleineren Ebene wieder gibt es nicht immer eine Einteilung in Direktionsbezirke wie in Sachsen. Außerdem sollten die verglichenen Regionen halbwegs eine ähnliche Einwohnerzahl haben, um vergleichbar zu sein. Die Folge ist, dass etwa Brandenburg in zwei statistische Regionen eingeteilt wird, die es so weder historisch noch administrativ gibt. Mecklenburg-Vorpommern wird aufgrund seiner geringen Bevölkerungszahl nicht noch einmal in kleinere Regionen unterteilt. So befinden sich am Ende das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern, der Bezirk Dresden und administrativ Eigenständige Städte wie Hamburg, London oder Brüssel auf einer Vergleichsebene.

Samstag, 29. Januar 2011

Transformation in Mitteleuropa im Vergleich

Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs in Europa und dem Beitritt vieler ehemaliger Ostblock-Staaten zur Europäischen Union ist eine Region wieder zusammengerückt, die durch eine lange gemeinsame Geschichte gekennzeichnet ist: Mitteleuropa. Die Region hat keine festen Grenzen, aber umfasst grob die Länder der ehemaligen K.u.K.-Monarchie der Habsburger, insbesondere Österreich, Ungarn, Tschechien und die Slowakei, sowie Deutschland und Polen. Wie auch Ostdeutschland war Polen, Tschechien, die Slowakei und Ungarn Teil des kommunistischen Wirtschaftssystems und mussten nach der Wende eine schmerzhafte Transformation zu einer Marktwirtschaft meistern.

Weil diese Länder eine ähnliche Erfahrung gemacht haben wie Sachsen, macht es Sinn den Freistaat mit dieser Region zu vergleichen. Ich habe mir die Mühe gemacht und einige Vergleichszahlen herausgesucht. Dabei ist zu beachten, dass die Länder unterschiedlichen Währungsräumen angehören und daher die Wachstumszahlen durch Währungseffekte etwas verzerrt sind.

Wir sehen, dass Sachsen und der Schnitt der Neuen Bundesländer vom Niveau her deutlich wirtschaftsstärker sind als die osteuropäischen Nachbarländer. Sachsen etwa erwirtschaftet pro Kopf doppelt so viel wie die Slowakei. Allerdings hat dich dieser Abstand bereits deutlich verringert. So waren die Sachsen 1995 noch etwa sechs mal so reich wie der durchschnittliche Slowake. Die Wachstumsraten in der zweiten Spalte sprechen eine deutliche Sprache. Während Sachsen und Ostdeutschland nur moderat wuchs und erst in den letzten Jahren etwas an Fahrt gewann, boomten Tschechien, Slowakei, Ungarn und Polen.

Besonders die Slowakei gilt als wirtschaftlich sehr erfolgreich und kann in dieser Liste das höchste Wirtschaftswachstum verbuchen. Doch hat das Land immer noch eine hohe Arbeitslosenquote. Als erfolgreichsten ehemaligen Ostblock-Staat könnte man die Tschechische Republik bezeichnen. Mit einem Wachstum von über 250 % seit 1995 erreicht Böhmen das höchste BIP pro Einwohner nach Ostdeutschland. Außerdem liegt die Arbeitslosenquote bei nur 7,3 %, weit unter dem ostdeutschen Durchschnitt. Der wirtschaftliche Erfolg Tschechiens und der Slowakei schlägt sich schließlich auch in der Entwicklung der Einwohnerzahlen nieder. Sie sind die einzigen Länder unter den untersuchten Regionen, die ein Bevölkerungswachstum seit 1995 erzielen konnten. Die Länder haben aufgrund ihres wirtschaftlichen Erfolges weniger Abwanderung.

Auch Polen und Ungarn können hohe Wachstumsraten verbuchen, doch bleiben die Länder noch arme Regionen. Ihre Arbeitslosenquote ist ähnlich der ostdeutschen und die Länder haben unter Abwanderung und niedriger Geburtenrate zu leiden. Trotzdem hat keine Region einen so starken Bevölkerungsverlust erlitten wie die Neuen Bundesländer in Deutschland. Um fast 9 % ist die Bevölkerung hier seit 1995 geschrumpft. Das ist nicht nur Ausdruck des im Vergleich zu den östlichen Nachbarn geringeren Wirtschaftswachstums, sondern hat auch mit der wirtschaftlichen und politischen Einheit mit Westdeutschland zu tun. Die Barrieren für Ostdeutsche im wirtschaftlich starken Westdeutschland zu arbeiten sind besonders niedrig, da die gleiche Sprache gesprochen wird und es einfacher ist innerhalb eines Landes umzuziehen als über Staatsgrenzen hinweg. Eine weitere Besonderheit für Sachsen und Ostdeutschland war die plötzliche Währungsunion mit Einführung der DM. Die ostdeutschen Betriebe hatten besonders in den 90er Jahren aber auch noch bis in die 2000er mit den Folgen der Währungsunion und den zu hohen Löhnen in Ostdeutschland zu kämpfen. Die anderen mitteleuropäischen Transformationsländer hatten dieses Problem nicht.

Freitag, 10. Dezember 2010

INSM Städteranking 2010

Es ist wieder soweit, das jährlich veröffentlichte Städteranking der INSM ist herausgekommen. Es ruft regelmäßig große Resonanz hervor. Es wurden diesmal statt den 50 sogar 100 Städte analysiert und es wurde nach bestimmten Indikatoren eine Bestands-, eine Dynamik- und eine Gesamtliste erstellt. Ich muss leider sagen, dass durch die Erweiterung auf 100 Städte Übersichtlichkeit und besonders die Vergleichbarkeit leiden. So ist es schwierig Städtchen wie Hof, Delmenhorst oder Gera mit München, Frankfurt und co. zu vergleichen.

An sich bietet das Gesamtbild des Rankings keine großen Überraschungen. Der Süden ist absolute Spitze, der Osten hinkt dem Durchschnitt hinterher. Die ostdeutschen Städte sind tendenziell im Dynamik-Ranking sehr gut, diesmal ist es aber für die sächsischen Städte nicht so gut ausgefallen. Während besonders Dresden in vergangenen Jahren mal Aufsteiger des Jahres war, ist es dieses Jahr auf Platz 83. Im oberen Teil der Dynamik-Liste finden sich eher kleine Städtchen aus Mecklenburg, Brandenburg und Thüringen. Leipzig kommt immerhin noch auf Platz 41 und Chemnitz auf 53.

Nun sind bei der Dynamik allerdings zwei Effekte zu beachten: zum Einen fließen in den Vergleich die Zahlen der Wirtschaftskrise im Jahr 2009 ein, sodass etwa auch Stuttgart und Frankfurt beim Wachstum keine allzu gute Figur machen. Zum Zweiten ist es problematisch so viele kleine Städte in den Vergleich mit aufzunehmen, so sind in den Top10 nur kleine Städte mit meist weniger als 100.000 Einwohnern.

In die Bestandsliste des Rankings geht Jena mit Platz 46 als beste ostdeutsche Stadt ein. Gefolgt wird Jena von Potsdam auf Platz 48 und Dresden auf Platz 60. Chemnitz erreicht noch Rang 77, während Leipzig abgeschlagen auf Rang 96 ist. In den Top10 sind bis auf Wolfsburg ausschließlich Städte aus Bayern und Baden-Württemberg.

Außerdem ist es noch recht interessant einzelne Indikatoren der sächsischen Städte anzuschauen. So konnten Leipzig und Chemnitz in den letzten 5 Jahren ihr BIP/Einwohner um 13,6 % steigern (Rang 39 und 40). Dem steht allerdings das schlechte Ergebnis von Dresden gegenüber: hier schrumpfte sogar die Wirtschaftskraft pro Einwohner um 1,8 % (Rang 99). Das hat aber auch was mit dem starken Bevölkerungswachstum in Dresden zu tun, da das BIP/Kopf auch von dieser Zahl abhängt. Die Stadt an der Elbe wuchs in den letzten 5 Jahren um 6,1 % (Rang 4). Aber auch Leipzig wuchs mit 4,1 % recht stark, konnte aber durch hohes Wirtschaftswachstum auch die Pro-Kopf-Zahlen steigern. Chemnitz verlor hingegen 2,1 % der Bevölkerung.

Absolut katastrophal sehen die Zahlen für das Wachstum des verfügbaren Einkommens für die Städte in Sachsen aus. Chemnitz liegt hier mit einer Steigerung von 6 % in den letzten 5 Jahren auf Rang 70. In Leipzig und Dresden stagnierten die verfügbaren Einkommen jedoch, das Wachstum lag bei unter 1 % - macht Rang 99 und 100 für die beiden größten ostdeutschen Städte nach Berlin. Das ist umso ernüchternder, wenn man auf das Bestandsranking schaut: Chemnitz (74), Dresden (82) und Leipzig (92) sind auf einem niedrigen Niveau und sollten eigentlich stärker wachsen, um aufzuholen. Das ist ein Ausdruck der nach wie vor niedrigen Produktivität der Unternehmen in Sachsen und zeigt, wie Unternehmenszentralen und gut bezahlte Jobs fehlen.

Hier gehts zum Städteranking der INSM

Montag, 25. Oktober 2010

Aufschwung in Sachsens Städten

Das private Wirtschaftsforschungsinstitut Feri hat die Wachstumsraten der Wirtschaftskraft deutscher Städte im Jahr 2010 prognostiziert. Die Zahlen stammen allerdings aus dem Frühjahr von 2010 und unterschätzen daher stark das Wirtschaftswachstum im Jahr 2010, denn zu dieser Zeit war noch nicht ein so rasanter Aufholprozess der deutschen Wirtschaft zu erwarten. Nach dem äußerst starken 2. Quartal steht mittlerweile die Wachstumsprognose für Deutschland im Jahr 2010 bei etwa 3,4 %.

Die geschätzten Wachstumsraten für die deutschen Städte sind also eindeutig zu niedrig, denn gerade in den Ballungsräumen entwickelt sich die Wirtschaft besser als im Durchschnitt. Trotzdem kann man aus den Zahlen eine gewisse Erkenntnis ziehen, welche Städte in Deutschland vom Aufschwung besonders profitieren.

An der Spitze des Städtevergleichs liegen Dresden und Hamburg mit jeweils 2,9 % prognostiziertem Wachstum. Insgesamt wurden 60 der größten Städte in Deutschland untersucht. Dabei befinden sich alle 3 sächsischen Großstädte in den Top20. Leipzig soll mit 2,2 % wachsen (Platz 16) und Chemnitz mit Chemnitz mit 2,1 % (Platz 20). Im deutschen Vergleich werden die sächsischen Städte also 2010 besonders vom Aufschwung profitieren. Auch die thüringischen Städte Erfurt und Jena befinden sich auf den vorderen Rängen. Andere ostdeutsche Städte hingegen liegen am Ende des Städtevergleichs. So etwa Magdeburg, Halle, Schwerin und schließlich ganz am Ende Potsdam und Rostock mit jeweils nur 1 % Wachstum.

In Westdeutschland können hauptsächlich Städte profitieren, die Eng mit dem internationalen Handel verbunden sind. So liegt Deutschlands größte Hafenstadt mit 2,9 % zusammen mit Dresden auf Platz 1. Auch Ludwigshafen, der Sitz von BASF, soll um 2,7 % wachsen und Duisburg, mit dem größten Binnenhafen Europas, soll um 2,4 % wachsen. Eine weitere Tendenz die bereits seit Jahren in Städtevergleichen zu beobachten ist, ist dass sich kleine Universitätsstädte wirtschaftlich gut entwickeln können. Heidelberg soll 2,5 % zu legen, Aachen 2,4 % und Göttingen 2,2 %.

Man sieht nun an den Zahlen, dass die Wachstumsraten der Städte im Jahr 2010 noch nach oben korrigiert werden müssen. Vom Aufschwung des Außenhandels werden besonders die Häfen Hamburg, Bremen und Duisburg aber auch die Industriestandorte in Süddeutschland allen voran München und Stuttgart überproportional profitieren. Deshalb könnte Dresden den Spitzenplatz im wirklichen Vergleich noch verlieren. Trotzdem sehen die Prognosen hervorragend aus und Sachsens Städte werden im Jahr 2010 ein außerordentlich gutes Wachstumsjahr haben.

Sonntag, 17. Oktober 2010

Sachsens Außenwirtschaft

Seit Jahren steigt Sachsens Exportquote, sprich die Größe des Exportvolumens in Relation zum Bruttoinlandsprodukt, rasant an. Da in Sachsens Wirtschaft traditionell exportorientierte Branchen wie der Automobilbau und der Maschinenbau eine wichtige Rolle spielen, ist die Exportquote die höchste in den neuen Bundesländern. Sie lag 2009 in Sachsen bei 21 %. Die niedrigste hatte Berlin mit 11,6 %. Die Exportquoten liegen allerdings deutlich unter den meisten westdeutschen Werten. Nur Hessen hat eine Quote von weniger als 20 %, da hier der Bankensektor einen großen Beitrag zur Wirtschaftskraft leistet. Mit einer höheren Exportquote profitiert ein Land mehr von der weltwirtschaftlichen Nachfrage, hängt allerdings auch stärker von dieser ab.

Welche Länder sind Sachsens wichtigste Handelspartner?

In die USA wurde am meisten verkauft - das waren 2008 Güter im Wert von 1,7 Mill. €. Auf den nächsten Plätzen folgen Polen und Italien mit knapp über 1,4 Mill. €. Nach Frankreich wurden Waren im Wert von über 1,3 Mill. € geliefert und etwas weniger wurde nach Malaysia und China exportiert. In diesen Zahlen von 2008 schlägt sich bereits der Beginn der weltweiten Wirtschaftskrise nieder. Die gesamten Ausfuhren fielen leicht im Vergleich zu 2007. Die höchsten Zuwächse im Export konnten aber mit China (+26 %) und Polen (+21 %) dennoch verbucht werden.

In der Liste der Länder aus denen Sachsen seine Güter importiert liegt an ferner Spitze Tschechien mit Waren im Wert von 2,7 Mill. €. Aus Russland kommen hauptsächlich Rohstoffe im Wert von 1,7 Mill. €. Danach folgt Polen mit 1,3 Mill. € und Frankreich mit 1,2 Mill. €. Aus Österreich und den Niederlanden bezieht Sachsen Waren im Wert von knapp über 0,8 Mill. €. Die stärksten Anstiege gab es 2008 im Import aus Russland (+ 20 %) und Polen (+ 14 %).

Sonntag, 10. Oktober 2010

Arbeitslosenquote September 2010

Ostdeutschland hat mit dem Übergang von der Planwirtschaft in die Marktwirtschaft mit anhaltend hoher Arbeitslosigkeit zu kämpfen. Auch heute noch, 20 Jahre nach der Deutschen Einheit, ist ein Gefälle zwischen Ost und West, was den Anteil der Arbeitlosen an der erwerbsfähigen Bevölkerung anbelangt, zu sehen. Seit der Jahrtausendwende ist jedoch eine stetige Verbesserung der Zahlen zu beobachten. In der Weltwirtschaftskrise gab es nur einen kleinen Dämpfer, große Entlassungen konnten mit Zeitarbeit verhindert werde. Der steile Aufschwung nach der Krise schlägt sich auch auf die aktuellen Arbeitslosenzahlen nieder.

Haben Bayern mit einer Arbeitslosenquote von 4,0 % und Baden-Württemberg mit 4,6 % im September 2010 schon wieder fast Vollbeschäftigung erreicht, konnten auch die ostdeutschen Länder ihre Quote verbessern. Sie haben die Arbeitslosenquote seit den Höchstständen um die Jahrtausendwende herum sogar fast halbiert. Das erfolgreichste Land ist dabei Thüringen, das mit 8,7 % nur knapp hinter dem schlechtesten westdeutschen Flächenland Nordrhein-Westfalen mit 8,4 % steht. Sachsen liegt mit 10,8 % knapp hinter Brandenburg mit 10,0 %, aber etwas vor Mecklenburg-Vorpommern mit 11,2 % und Sachsen-Anhalt mit 11,5 %. Damit liegen alle ostdeutschen Flächenländer vor Bremen mit 11,8 % und Berlin mit 13,2 %.

Innerhalb Sachsen gibt es ein recht gemischtes Bild. Die Arbeitslosenquoten auf Kreisebene liegen zwischen 9,2 % in der Sächsischen Schweiz bis 13,6 % in der Stadt Leipzig. Leipzig hat damit eine noch höhere Quote als Berlin. Chemnitz hat 12,2 % und Dresden 10,7 %. Erfreulicherweise haben bereits 5 sächsische Landkreise die 10-Prozent-Marke unterschritten: Meißen (9,9 %), der Erzgebirgskreis (9,6 %), der Vogtlandkreis (9,6 %), Mittelsachsen (9,4 %) und die Sächsische Schweiz (9,2 %). Die meisten dieser Kreise profitieren dabei davon, dass ihre Einwohner in den Zentren Dresden und Chemnitz arbeiten und in ihrem Gebiet wohnen.

Ergebnisse der Landkreise (drauf klicken zum vergrößern):



Der Erzgebirgskreis ist der sächsische Landkreis, der am stärksten seine Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vorjahr verbessern konnte. Er machte einen Sprung um 2,5 %. Auch Görlitz konnte sich um 2,0 % verbessern. Die Landkreise mit der geringsten Verbesserung sind Bautzen mit 0,6 % und Chemnitz mit 0,7 %. Es gab jedoch keinen Kreis, in dem sich die Arbeitslosenquote erhöht hätte.

Verbesserung der Landkreise zum Vorjahr (drauf klicken zum vergrößern):

Mittwoch, 22. September 2010

Wirtschaftswunderland Sachsen

So mein neuer Blog über Zukunft, Stand und Probleme der Wirtschaft im mehr oder weniger erfolgreichen Wirtschaftswunderland Sachsen startet. Der Blog richtet sich an alle Sachsen, ehemaligen Sachsen, Möchtegernsachsen und sonstigen Sachseninteressierten.

Ich möchte einige Themen zur Wirtschaftsentwicklung in meinem Heimatland vorstellen und über Neuigkeiten zur Entwicklung berichten. Sachsen ist besonders betroffen von einigen speziellen wirtschaftlichen Problemen die viel mit der Vergangenheit zu tun haben. Der Freistaat hat die Misswirtschaft der DDR erlebt, Strukturwandel und Massenarbeitslosigkeit nach der Wende und eine demographische Verschlechterung erfahren. Auf der anderen Seite hat Sachsen die letzten Jahre im Bundesvergleich die größten Wachstumsraten und kann aus einer reichen Industrietradition schöpfen. Dresden, Leipzig und Görlitz gelten als Vorzeigestädte in Ostdeutschland.

Hier erstmal zur Übersicht Daten zum aktuellen Wirtschaftsstand (BIP/Einwohner in € 2007)

Dresden: 29 671
Chemnitz: 28 170
Leipzig: 26 134
Landkreis Zwickau: 22 648
Sachsen: 22 121
Schlusslicht ist die Sächsische Schweiz: 16 640

Zum Vergleich:

München: 38 171
Bayern: 34 683
Deutschland: 29 700
Berlin: 25 503
Tschechien: 19 949

Unter den drei kreisfreien Städten in Sachsen ist Dresden pro Kopf die reichste, knapp gefolgt von Chemnitz und dahinter mit etwas Abstand Leipzig. Der Landkreis Zwickau ist der wirtschaftsstärkste Landkreis und die Sächsische Schweiz ist noch hinter dem Erzgebirgskreis der ärmste.

Der Dresdner erwirtschaftet etwa soviel wie der Bundesbürger im gesamtdeutschen Durchschnitt. Sachsens pro Kopf BIP liegt bei etwa 64 % des bayrischen, bei 74 % des deutschen und bei 111 % des tschechischen.
So weit erst ein mal einige interessante Zahlen zu Einordnung der sächsischen Wirtschaftsleistung.