Donnerstag, 4. April 2013

2012 wieder neuer Exportrekord im Außenhandel Sachsens

Im Jahr 2012 hat der Wert der aus Sachsen ins Ausland exportierten Waren einen neuen Höchststand seit der Wiedervereinigung erreicht. Mit 31,6 Mrd. € wuchs der Export um 7,6 % zum Vorjahr. Seit der Weltwirtschaftskrise 2009 konnten in jedem Jahr neue Höchststände verzeichnet werden. In den Jahren 2010 und 2011 wuchs der sächsische Export mit 26,9 % und 18,9 % respektive noch deutlich stärker. Dies war jedoch auch den Nachholeffekten durch die Erholung der Weltwirtschaft nach der Krise geschuldet. Der jetzige Exportrekord von 2012 wurde in einem durchaus schwierigen Umfeld erreicht.

Unter den deutschen Bundesländern konnten nur die beiden Stadtstaaten Bremen und Hamburg ein stärkeres Exportwachstum von 2011 zu 2012 als Sachsen verzeichnen. Deutschlandweit wuchs der Export um 3,4 %. Die Importe Deutschlands wuchsen nur wenig um 0,7 %, sodass der Außenhandelsüberschuss positiv zum Wirtschaftswachstum beitrug. Die Importe Sachsens aus dem Ausland sanken sogar um 4,0 % und damit so stark wie in kaum einem anderen Bundesland. Dadurch hat der Freistaat seinen Überschuss intensiv steigern können.

Die weitaus wichtigste Exportbranche in Sachsen ist der Fahrzeugbau. Der Wert exportierter Fahrzeuge und Fahrzeugteile machte fast die hälfte der Exporte aus. Danach folgen elektronische Bauelemte sowie Geräte und Maschinen. Das Wachstum der einzelnen Exportbranchen sieht jedoch sehr unterschiedlich aus. Fahrzeuge und Fahrzeugteile wuchs durchschnittlich. Schienenfahrzeuge und elektronische Bauelemente konnten besonders stark wachsen, während der Wert an exportierten chemischen Vorerzeugnissen und Maschinen schrumpfte.

Mit Abstand wichtigstes Zielland sächsischer Exporte war China mit 5 Mrd. €. Dies war eine Steigerung um 26 % und somit setzt sich China als Handelspartner an der Spitze fest. Es folgen die USA mit 2,8 Mrd € (+ 29 %) und GB mit 1,8 Mrd € (+ 35 %). Die starke Steigerung der Exporte auf die Britischen Inseln macht Großbritannien zum wichtigsten europäischen Zielland für sächsische Exporte und verdrängt Frankreich. Frankreich, Polen und Tschechien, die weiterhin wichtige Partnerländer im Außenhandel Sachsens sind, waren leicht im Minus. Die Exporte in die europäischen Krisenländer Italien und Spanien brachen sehr stark ein. Diese Verluste konnten aber durch steigende Exporte in asiatische Wachstumsländer ausgeglichen werden. Neben China sind auch Malaysia, Südkorea und Taiwan Kunden mit stark steigender Bedeutung für die sächsische Wirtschaft.

Samstag, 2. Februar 2013

Hochrechnung der Einwohnerzahl auf regionaler Ebene in 2012

Das Statistische Landesamt Sachsen hat eine aktuelle Hochrechnung für die Einwohnerzahlen in Sachsen zum Ende Dezember 2012 herausgebracht. Im Vergleich zum Ende 2011 gab es nur noch einen minimalen Bevölkerungsrückgang im Freistaat. Erfreulicherweise hat die Zuwanderung aus dem Ausland und von anderen Bundesländern das Geburtendefizit fast ausgeglichen. Sachsen schrumpfte um etwa 0,1 % auf 4,131 Einwohner. Der wirtschaftliche Aufschwung und der erstarkte Arbeitsmarkt macht Sachsen wieder attraktiv. Weniger Menschen ziehen aus wirtschaftlichen Gründen weg. 2013 kann dann wahrscheinlich sogar mit einem leichten Plus bei der Bevölkerungsentwicklung gerechnet werden.

Die Tabelle gibt einen Überblick über die Bevölkerungsentwicklung in den Städten und Landkreisen im Jahr 2012. Alle drei großen kreisfreien Städte haben an Bevölkerung gewonnen. Neben Leipzig und Dresden hat mittlerweile auch Chemnitz eine hohe Zuwanderung, die die Bevölkerung wenigstens leicht ansteigen lässt. Den beeindruckensten Zugewinn verbuchte jedoch die Stadt Leipzig. Die Metropole im Norden des Freistaates hat nach fast 2 % Wachstum nun über 540.000 Einwohner. Dresden liegt mit etwa 535.000 Einwohner etwas dahinter, wächst aber weiter konstant kräftig.
Alle Landkreise verlieren weiterhin Einwohner, jedoch fällt auf, dass das Umland der großen Städte Dresden und Leipzig von deren wirtschaftlichem Aufschwung profitieren kann. Der Raum südlich und südwestlich von Dresden verliert am wenigsten Einwohner. Kleinere Städte im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, die zum Speckgürtel der Landeshauptstadt zählen können, gewinnen sogar Bevölkerung hinzu. So etwa Freital, Heidenau und Pirna. Ähnlich sieht es nördlich von Dresden der Elbe folgend aus. Im Landkreis Meißen können die Städte Meißen, Coswig und Radebeul leichte Gewinne verbuchen.
Am stärksten verlieren weiterhin die Landkreise in der Region Chemnitz Einwohner. Die Abwanderung ist im Vogtland, Zwickau und Mittelsachsen etwa gleich stark und im Erzgebirge etwas höher. Die prozentual stärkste Abnahme hatte jedoch der Landkreis Görlitz – die Region an der polnischen Grenze – zu verzeichnen. Zum Abschluss noch zwei Graphiken, die die Bevölkerungsentwicklung in den letzten fünf Jahren veranschaulicht: Leipzig wächst mittlerweile stärker als Dresden. Chemnitz erreicht nach leichtem Absinken wieder die Einwohnerzahl von 2008. Teilt man Sachsen in die drei Regionen mit den großen Städten im Zentrum, dann steht Südwestsachsen mit Chemnitz am schlechtesten da. Hier sank die Bevölkerung um fast 4 % in den letzten fünf Jahren. Die Region Nordsachsen/Leipzig konnte hingegen zulegen, da die dünn besiedelten Landkreise des Leipziger Umlandes und deren Bevölkerungsverlust im Vergleich zum Aufschwung in der Messestadt kaum ins Gewicht fallen.




Dienstag, 22. Januar 2013

Sachsens Mieten deutlich unter Durchschnitt

Das Thema Wohnraum und Mietpreise beschäftigt zurzeit Deutschland. Niedrige Zinsen und die Attraktivität des im internationalen Vergleich günstigen und sicheren Immobilienmarktes Deutschland ziehen Investoren an. Deren Engagement führt nun zu stark steigenden Kauf- und Mietpreisen, da das Wohnungsangebot in den Jahren vor der Eurokrise kaum ausgeweitet wurde. Mittlerweile führt das Interesse der Investoren zwar auch zu einem Bauboom, aber die Fertigstellung neuer Wohnungen kann die Nachfrage besonders in den großen Metropolen nicht befriedigen. Bei Anlegern besonders begehrt sind die sogenannten A-Städte: das sind die vier Millionenstädte Berlin, Hamburg, München und Köln sowie die Wirtschaftszentren Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf.

Unter den A-Städten befindet sich nur eine in Ostdeutschland: In Berlin liegen die durchschnittlichen Preise im aktuellen Mietpreisspiegel von 2012 bei 7,85 Euro pro m² kalt. Das ist mit Abstand der geringste Wert unter den A-Städten. München als teuerste Stadt liegt bei 14,50 Euro, Frankfurt bei 12,40 und Hamburg bei 11,15 Euro. Trotzdem ist Berlin mit diesem Mietpreisniveau bereits eine der teuersten Städte in Ostdeutschland. Nur Potsdam ist mit knapp über 8 Euro etwas teurer zum wohnen. Im Osten Deutschlands gibt es außerdem noch eine überraschend teure Stadt in Thüringen: Jena liegt mit 7,5 Euro nur knapp unter dem Niveau von Berlin. Eine gesunde wirtschaftliche Lage und Zuzug durch Studenten heben hier die Preise.

Sachsens Städte sind von den Mietpreisen der A-Städte weit entfernt. Selbst die beiden großen Städte Dresden und Leipzig, die durch viel Zuzug eine steigende Bevölkerung verzeichnen können, haben augenscheinlich genug Wohnraum um der Nachfrage gerecht zu werden. In Dresden beträgt das durchschnittliche Mietpreisniveau 6,5 Euro und in Leipzig 5,2 Euro pro m². Der Wohlstand in beiden Städten liegt allerdings auch noch weit hinter Metropolen wie München und Hamburg zurück. Entsprechend ergibt sich aus den niedrigeren Einkommen in Sachsen zwangsläufig ein niedrigeres Mietpreisniveau. Zum anderen hat besonders Leipzig noch Stadtteile mit vielen leerstehenden Wohnungen und Altbauten, mit deren Sanierung einfach neuer attraktiver Wohnraum geschaffen werden kann.


Sachsenweit sind die Mietpreise in Dresden und Umgebung am höchsten. In Radebeul ist das Wohnen in Sachsen am teuersten. In den Dresdner Stadtteilen Innere Altstadt und Loschwitz werden sogar Mietpreise von über 10 Euro pro m² im Durchschnitt angezeigt. In der Leipziger Region sind die Mieten in Markkleeberg noch am höchsten. Aber selbst im Zentrum von Leipzig ist wohnen im Durchschnitt nur 8 Euro pro m² teuer. Sachsen hat besonders günstigen Wohnraum in der Region Chemnitz zu bieten. Die Durchschnittspreise in Chemnitz und Zwickau liegen bei nur 4,85 Euro. In ländlichen Regionen die weiter von größeren Städten entfernt liegen gehen die Mietpreise kaum über die 4 Euro hinaus. Das ist besonders im Erzgebirge, im Vogtland und an der polnischen Grenze der Fall.

Zusammenfassend muss man sagen, dass die Mietpreise in kaum einem Bundesland so niedrig sind wie in Sachsen. Selbst die Mietpreise in Dresden sind im Durchschnitt vergleichsweise günstig, wenn auch mit stark steigender Tendenz. Für das extrem niedrige Mietpreisniveau in der Region Chemnitz-Zwickau ist wahrscheinlich hauptsächlich die Abwanderung der letzten Jahre/Jahrzehnte und die daraus folgende negative demografische Entwicklung verantwortlich. Dadurch ist die Nachfrage gering und das Problem des Überangebots an Wohnraum kann trotz vieler Abrisse nicht gelöst werden. Für Leipzig kann man jedoch mit steigenden Mieten in der Zukunft rechnen. Noch aber ist so viel günstiger Wohnraum in der boomenden Stadt zu haben. Auch wenn es viele Projekte von Investoren in Leipzig gibt, kann man die Preissituation in der größten Metropole Sachsens nicht mit westdeutschen Wirtschaftszentren vergleichen.

Dienstag, 8. Januar 2013

Ausblick 2013

Zum Jahresanfang 2013 ein kleiner Ausblick zur wirtschaftlichen Lage in Sachsen im neuen Jahr. Sachsen spürt wie ganz Deutschland mittlerweile die Auswirkungen der Krise in Europa und der Winter 2012/13 wird eine deutliche Delle in der Konjunktur hinterlassen. Das Bruttoinlandsprodukt wird in Sachsen in 2012 nach ersten vorsichtigen Prognosen so gut wie gar nicht gewachsen sein. Das lag hauptsächlich am schwachen Jahresende. Die Wachstumsrate liegt damit weiter etwas unter Bundesdurchschnitt. Für das Jahr 2013 erwartet das Ifo-Institut eine leichte Belebung. Das Wachstum in Sachsen könnte auf etwa 0,5 % steigen, bleibt allerdings wahrscheinlich weiter hinter Gesamtdeutschland zurück.

Nach einem langsamen Winter soll die Konjunktur ab Mitte des neuen Jahres wieder anziehen. Bislang war der Winter äußerst mild, was der Baukonjunktur wahrscheinlich hilft. Dadurch kann vielleicht die schwache Produktion in der Industrie etwas abgefedert werden. Die Arbeitslosenquote in Sachsen lag im Dezember 2012 bei 9,4 % und damit trotz saisonüblicher Erhöhung zum Vormonat um 0,4 % unter dem Niveau von Ende 2011. In Deutschland konnte nur Berlin die Arbeitslosenquote noch stärker senken. Diese gute Entwicklung am Arbeitsmarkt wird sich wohl auch 2013 fortsetzen. Allerdings wird mit weniger starker Verbesserung gerechnet als Sachsen in den letzten Jahren seit der Krise erreichen konnte. Die geringste Quote Ende 2012 unter den Landkreisen im Freistaat konnte Zwickau mit 8,3 % erreichen. Die höchste wurde aus Görlitz mit 12,4 % gemeldet.

Die Einwohnerentwicklung 2013 in Sachsen ist mit Spannung zu erwarten. Getrieben von starken Wanderungsgewinnen in Dresden und Leipzig könnte der Bevölkerungsverlust im neuen Jahr fast zum Stillstand kommen. Die positive wirtschaftliche Entwicklung in Sachsen seit der Krise hat bereits viele Jobs entstehen und die Erwerbstätigenzahl steigen lassen. Dadurch hatte Sachsen im Jahr 2011 erstmals seit 1997 wieder einen Wanderungsgewinn zu verzeichnen. Der Freistaat hat außerdem den Vorteil, dass Dresden und Leipzig vom Trend zu den großen Städten profitiert. Ob als Touristenziel oder als Wohn- und Arbeitsort, in ganz Deutschland werden die Metropolen attraktiv. Dies kann auch in Sachsen beobachtet werden. Investitionen in den Häusermarkt der beiden Städte steigen stark und das hat auch mit den positiven Wachstumsaussichten der Halbmillionenstädte zu tun.

2013 in Sachsen wird außerdem spannend, weil einige Großprojekte beendet werden sollen. Das wichtigste Infrastrukturprojekt ist die Inbetriebnahme des mitteldeutschen S-Bahnnetzes in Leipzig und Halle. Für Ende des Jahres ist die Eröffnung des City-Tunnels in Leipzig geplant. Der 1 Mrd. Euro teure Tunnel führt bereits unter der Leipziger Innenstadt vom Hauptbahnhof in die Innenstadt. Ab Ende dieses Jahres wird das S-Bahnnetz in der Region grundlegend umgestaltet sein. Auch die Verlängerung der A72 von Chemnitz in Richtung Leipzig soll 2013 ein gutes Stück vorankommen. Ab Mitte des Jahres soll immerhin die Strecke von Chemnitz bis nach Borna fertig sein.

Auch Dresden erwartet 2013 die Fertigstellung eines wichtigen Infrastrukturprojektes. Die Waldschlößchenbrücke über die Elbe soll im Frühling zur Befahrung bereit sein. Auch will Dresdens größter privater Arbeitgeber, der Chiphersteller Globalfoundries, 2013 die Produktion massiv ausweiten. Dazu sollen in diesem Jahr Produktionsanlagen aus den USA nach Dresden importiert werden. Der Eletronik- und Halbleiterstandort an der Elbe wächst also weiter. Der Automobilstandort Sachsen wird 2013 auch kräftig wachsen. In Leipzig will dann Porsche seinen Werksausbau beendet haben und ein neues Modell vom Band laufen lassen. Und auch BMW wird Ende des Jahres die Produktion seines neuen E-Autos i3 in Leipzig anwerfen. Hunderte neue Stellen entstehen bis dahin. Wird dann von Leipzig aus die E-Mobilität den deutschen Automarkt revolutionieren?

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Leipzig 2010 mit Dynamik, Dresden und Chemnitz schwächer

Mittlerweile hat das statistische Landesamt Sachsen detailierte Wirtschaftszahlen für 2010 veröffentlicht. Daten zu Bruttoinlandsprodukt und Erwerbstätigenzahl liegen nun auf regionaler Kreisebene vor. Daher hier ein Rückblick in den Konjunkturverlauf des ersten Jahres nach dem großen krisenbedingten Einbruch 2009. Das Jahr war eine Periode der starken wirtschaftlichen Erholung in Deutschland. Besonders die süddeutsche Industrie hatte sich nach dem drastischen Einbruch in der Krise schnell erholt und verhalf der deutschen Wirtschaft zu einem erfolgreichen Aufschwung. Sachsen hinkte der Entwicklung allerdings etwas hinterher. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) war zwar in der Krise auch nicht sehr stark eingebrochen, aber das sächsische Wirtschaftswachstum war 2010 deutlich geringer im Vergleich zum bundesdeutschen Durchschnitt (Link). Zu Marktpreisen lag das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes in Sachsen bei 2,5 %.


Obige Tabelle zeigt das regionale Wirtschaftswachstum des BIP zu jeweiligen Preisen im Jahr 2010. Am dynamischsten haben sich Mittelsachsen, der Erzgebirgskreis und Meißen entwickelt. In diesen Kreisen spielt die Industrie eine immer wichtigere Rolle. Der traditionelle Industriestandort Erzgebirge kann ein gutes Wachstum der Exporte verbuchen. Die Produktivität in Mittelsachsen ist besonders hoch aufgrund einer Vielzahl von modernen Industrieunternehmen, die sich hier zwischen Dresden und Chemnitz mittlerweile angesiedelt haben. Es gibt allerdings auch einige sehr schwache ländliche Regionen in Sachsen. So ist die Wirtschaft im Vogtland, in der Sächsischen Schweiz und in Nordsachsen kaum gewachsen und in Bautzen sogar geschrumpft. Bei den großen Städten in Sachsen gibt es auch eine klare Verteilung der Kräfteverhältnisse. Leipzig ist mit 3,0 % am stärksten gewachsen. Dresden lag mit 2,5 % im sächsischen Durchschnitt und die Region Chemnitz-Zwickau mit etwa 2,0 % lag darunter. Die aktuelle Wirtschaftsstärke pro Einwohner in 2010 kann in der unten stehenden Tabelle begutachtet werden. Natürlich liegen hier die kreisfreien Städte aufgrund der Einpendlerzahl an der Spitze der Statistik. Dresden hat das höchste BIP pro Kopf, gefolgt von Chemnitz und dann Leipzig. Es folgen zwei Landkreise mit starken Industrieansiedlungen: Mittelsachsen und Zwickau. Es folgen alle weiteren Landkreise ohne große Überraschungen. Die Gebirgsregionen Westerzgebirge und Osterzgebirge/Sächsische Schweiz haben die geringste Wirtschaftsleistung pro Einwohner.


Eine weitere Tabelle zeigt die Entwicklung der Erwerbstätigenzahl in den Kreisen 2010. Dies ist interessant besonders vor dem Hintergrund, dass Sachsen eine stark sinkende Arbeitslosenquote in den letzten Jahren aufweisen konnte. Anhand dieser Statistik kann man sehen, welche Region dies nicht nur aufgrund der Demografie schafft, sondern wo wirklich neue Arbeitsplätze entstehen. Hier sind Leipzig und Zwickau deutliche Spitzenreiter. Beide Regionen profitieren vom Aufschwung der Automobilindustrie, der 2010 besonders die Konjunktur getrieben hat. Während die benachbarten Landkreise sogar Arbeitsplätze verlieren, wächst die Erwerbstätigenzahl in Leipzig um starke 1,7 %. Nach diesen beiden Regionen folgt Ostsachsen mit Dresden, Görlitz und Bautzen, die 0,7 – 0,9 % mehr Erwerbstätige zählen. In Chemnitz wächst diese Zahl noch mit 0,5 %. Die Zahl wächst wenn auch nur minimal im Erzgebirgskreis ebenso. Da das Erzgebirge weiter stark von Abwanderung betroffen ist, sinkt hier die Arbeitslosenquote besonders deutlich. Alle weiteren Landkreise bauen die Beschäftigung leicht ab.


Insgesamt fällt auf, dass Leipzig sich nach dem Krisenjahr 2010 am dynamischsten entwickelt. Das Wirtschaftswachstum ist besonders von den Autobauern Porsche und BMW getrieben, die ihre Produktion schnell hochgefahren haben. Auch der anziehende Logistikbetrieb um den Flughafen Leipzig hat die Region in Aufschwung versetzt. Dresden und die Region Ostsachsen entwickeln sich eher durchschnittlich. Dresden wächst stetig ohne spektakulär aufzufallen. Die Stadt Chemnitz steht im Wachstum der hier gezeigten Indikatoren etwas unterdurchschnittlich dar. Die benachbarten Landkreise Erzgebirge, Zwickau und Mittelsachsen schaffen allerdings in einigen Kategorien Spitzenwerte.

Samstag, 8. Dezember 2012

Arbeitsmarktreview November 2012

Der Anfang des Monats und die Veröffentlichung der neuen Arbeitsmarktzahlen des vergangenen Monats sind normalerweise Anlass einer kleinen Übersicht über die Arbeitslosenquote in Sachsen auf regionaler Basis. Da sich hier bei den Novemberzahlen im Vergleich zum Oktober wenig verändert hat, möchte ich diesmal den Arbeitsmarkt in einer etwas anderen Form analysieren. Heute schaue ich 4 Jahre zurück und vergleiche den Stand der damaligen Arbeitslosenquote, also im November 2008, mit dem aktuellen. Ich gehe 4 Jahre zurück, weil 2008 die Kreisreform in Sachsen in Kraft getreten ist und erst ab da die Kreiszahlen mit heute vergleichbar sind.


Obige Tabelle stellt die Veränderung der Arbeitslosenquoten in den Bundesländern über die letzten 4 Jahre dar. In dieser Zeitspanne hat Sachsen seine Quote am stärksten senken können. Auch Brandenburg und Sachsen-Anhalt konnten die Arbeitslosenquote um über zwei Prozentpunkte drücken. Überhaupt führen die ostdeutschen Bundesländer die Tabelle an. Dies ist nicht überaus verwunderlich, da hier die höchsten Quoten herrschen und die Möglichkeiten zur Senkung der Arbeitslosigkeit groß sind. Trotzdem ist es erfreulich und die Daten zeigen, dass der Erfolg des deutschen Arbeitsmarktes nach der Finanzkrise hauptsächlich eine ostdeutsche Erfolgsgeschichte ist. Seit Ausbruch der Krise konnten alle neuen Länder ihre Arbeitslosigkeit stark verringern.


Die nächste Tabelle zeigt die Veränderung der Arbeitslosenquoten in den letzten 4 Jahren auf regionaler Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte in Sachsen. Auch hier können die Regionen, die den höchsten Anfangsbestand an Arbeitslosen 2008 hatten, die größten Verbesserungen vorweisen. Das waren besonders die Stadt Leipzig und der Landkreis Görlitz, die bis heute ihre Arbeitslosenquoten auf etwas verträglichere Niveaus herunterfahren konnten. Leipzig hat in dieser Statistik Chemnitz so gut wie eingeholt und wird aufgrund der starken Wirtschaftsentwicklung weiter die Quote senken können.

Eine erfolgreich Entwicklung haben die Landkreise im Südwesten Sachsen genommen. Das Erzgebirge, das Vogtland und Zwickau hatten 2008 bereits geringere Arbeitslosenquoten als der sächsische Durchschnitt und trotzdem konnten diese Regionen ihre Zahlen weiter deutlich senken. Offen bleibt zwar welchen Einfluss die demografische Situation auf die Zahlen genau hat – diese führt zum tendenziellen Absinken der Arbeitslosigkeit – aber die gute Entwicklung der mittelständischen Industrie half sicher auch. Die Region Dresden und Umgebung konnte auch die Quote verbessern, wenn auch nicht so maßgeblich wie Leipzig. Die Stadt Chemnitz hat die Zahlen am wenigsten gesenkt und liegt mit seiner aktuellen Quote mittlerweile deutlich über dem sächsischen Durchschnitt.

Samstag, 1. Dezember 2012

Logistik in Leipzig

Die Region Leipzig entwickelt sich momentan wirtschaftlich äußerst dynamisch. Bei wichtigen Indikatoren kann die größte Stadt Sachsens punkten. Leipzig zeigt sich in letzter Zeit sehr erfolgreich wenn es darum geht Beschäftigung aufzubauen und die Arbeitslosenquote zu senken (Link). Auch die Bevölkerung (Link) wächst durch ein stark positives Wanderungssaldo, denn die Stadt ist attraktiv und boomt wirtschaftlich. Leipzig hat einige Branchen erfolgreich gefördert und mit mehreren großen Ansiedlungserfolgen ein wichtiges wirtschaftliches Standbein aufgebaut. Die aktuell wichtigsten Treiber der ökonomischen Entwicklung der Region sind die Automobilbranche und die Logistikbranche.
Porsche und BMW bauen beide ihre Werke in Leipzig aus und benötigen für die Logistik starke Partner in der Region. DB Schenker hat bereits Ende letzten Jahres ein großes neues Logistikzentrum im Leipziger Norden in Betrieb genommen. Dort werden Bauteile von BMW nach China auf die Schiene geschickt. Dafür hat DB Schenker bereits 700 neue Mitarbeiter eingestellt. Ende November hat der Konzern angekündigt bis Ende nächsten Jahres die Angestelltenzahl am Standort Leipzig zu verdoppeln, da die Nachfrage unerwartet stark ist. Dazu entwickelt DB Schenker neue Flächen, um den Logistikbedarf von BMW zu decken.
Man kann sich leicht vorstellen, dass sich hier die Entwicklung von Automobil- und Logistikbranche gegenseitig begünstigen. Der Leipziger Logistikstandort erstreckt sich besonders im Norden der Stadt, wo Flughafen, mehrere gut ausgebaute Autobahnen und die Fabriken von BMW und Porsche nebeneinander liegen. Viel Platz und gute Verkehrinfrastruktur zieht hier viele Logistiker an. Natürlich spielt der Flughafen Halle/Leipzig eine zentrale Rolle für den Logistikstandort. Besonders bedeutend war die Eröffnung des DHL-Hubs hier. Die Tochter der Deutschen Post hat ihr europäisches Luftfrachtdrehkreuz 2008 nach Leipzig verlagert. Seitdem hat der Paketdienstleister etwa 350 Millionen Euro investiert. Die Nachflüge am Flughafen machen es möglich, dass Leipzig mittlerweile der nach Frankfurt am Main zweitwichtigste Frachflughafen Deutschlands ist. Erst neulich wurde der 3.500ste Mitarbeiter bei DHL in Leipzig eingestellt. Dadurch bringt das Unternehmen der sächsischen Großstadt eine Menge Beschäftigung, auch für nicht Hochqualifizierte.
Das andere große Unternehmen, das in Leipzig ein Logistikzentrum betreibt, ist Amazon. Auch hier kann man erwarten, dass durch Nachfrage nach einfacher Arbeit das drängende Problem der hohen Arbeitslosigkeit gemildert werden kann. Zum Beispiel sucht der Versandhändler für das Weihnachtsgeschäft etwa 3.000 Saisonarbeiter. Neben diesen großen Leuchttürmen lassen sich auch viele kleinere Betriebe nieder. Mittlweile sind die meisten großen, gut erschlossenen und modernisierten Flächen bereits belegt. Langsam kann sich Leipzig durch seine zentrale Lage in Mitteldeutschland unter den großen deutschen Logistikstandorten etablieren. Nach Berlin ist die Region Halle/Leipzig der wichtigste Standort der Branche in Ostdeutschland.
Dresden und Chemnitz hingegen liegen etwas abseits bzw. haben eine schlechtere Verkehrsanbindung (Chemnitz), um bundesweit bedeutende Logistikstandorte zu werden. Für die Region Chemnitz-Zwickau ist zu hoffen, dass nach Fertigstellung der A72 nach Leizpig und des Mitteldeutschen S-Bahnnetztes auch die südwestsächsische Region von der Dynamik profitieren kann. Viele Zulieferer der Automobilindustrie haben hier Werke und eine schnelle Verbindung nach Leipzig ist für die industrielle Entwicklung daher sicher von Vorteil.