Die Arbeitsmarktsituation in Sachsen hat sich weiter verbessert. Die Arbeitslosenquote lag im Juni bei 10,3 % - etwas unter dem ostdeutschen Durchschnitt von 10,9 %, aber noch deutlich über dem gesamtdeutschen Schnitt von 6,9 %. Die sächsische Quote lag 1,2 Prozentpunkte unter der Marke des Vorjahresmonats. Damit liegt Sachsen an der Spitze der Verbesserungen in Deutschland. Thüringen und Sachsen-Anhalt konnten ihre Quote um 1,1 Prozentpunkte ähnlich stark senken. Damit entspannt sich in Mitteldeutschland langsam die Situation am Arbeitsmarkt. Thüringen erreicht sogar eine Arbeitslosenquote von nur 8,4 % und ist damit mit Abstand erfolgreichstes ostdeutsches Bundesland.
Dresden liegt in Sachsen unter den großen Städten vorn. Hier lag die Quote im Juni bei 9,6 %. In Chemnitz lag sie bei 11,6 % und in Leipzig bei 13,1 %. Damit konnte Dresden seine Quote im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 Prozentpunkte verringern, Chemnitz und Leipzig hingegen nur um 1 Punkt. Die ganze Region Dresden steht momentan ziemlich gut da. Auch die benachbarten Kreise konnten sich stark verbessern - Ausdruck einer dynamisch wachsenden Wirtschaft. Die Sächsische Schweiz südlich von Dresden erreicht bereits 9,1 % und Meißen und Bautzen im Norden und Osten Dresdens erreichen 9,8 %.
Noch leicht besser sieht der Arbeitsmarkt im Regierungsbezirk Chemnitz aus. Mittelsachsen mit der Hauptstadt Freiberg liegt mit 8,8 % an der Spitze in ganz Sachsen. Danach kommt bereits der Erzgebirgskreis: 8,9 %. Das Erzgebirge war lange eine Problemregion mit besonders hoher Arbeitslosenquote. Im Vergleich zum Vorjahresmonat konnte die Region südlich von Chemnitz seine Quote um 2,2 Prozentpunkte senken - deutschlandweiter Bestwert. Auch Zwickau senkte seine Arbeitslosenquote deutlich und kommt jetzt auf 9,1 %. Die drei Nachbarkreise von Chemnitz stehen damit an der Spitze in Sachsen und auch das Vogtland hat mit 9,3 % eine niedrige Quote.
Etwas problematischer sieht es im nördlichen Sachsen aus: Die Stadt Leipzig hat die höchste Arbeitslosenquote im Freistaat und der Landkreis Nordsachsen konnte seine Quote (11,8 %) im Vergleich zum Vorjahr kaum verbessern. Im Landkreis Leipzig südlich der Stadt Leipzig ist die Quote aber schon auf 10,1 % gefallen. Die Perspektiven für den Landkreis sehen recht gut aus: Das Leipziger Neuseenland in diesem Gebiet fördert den regionalen Tourismus, die Autobahnverlängerung der A72 von Chemnitz nach Leipzig wird den Landkreis besser an die Zentren anbinden und schließlich profitiert der Kreis davon, dass einige Städte zum Speckgürtel Leipzigs zählen. Markkleeberg an der südlichen Grenze von Leipzig etwa ist eine der wenigen Städte in Sachsen, die in den letzten Jahren Einwohnerzuwächse zu verzeichnen hatten.
Sonntag, 3. Juli 2011
Samstag, 25. Juni 2011
Neuer Bundesländervergleich der INSM
Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft hat wieder ein Bundesländerranking mit aktualisierten Daten herausgebracht. (Link) Hier werden 100 Indikatoren zur Wirtschaftsleistung für die 16 Bundesländer ermittelt und verglichen. Danach gibt es getrennte Punkte für Dynamik und Niveau, sodass man die Entwicklung und den Ist-Zustand der Wirtschaft vergleichen kann. Man kann von solchen Rankings halten was man will, aber da sehr viele Indikatoren zusammengenommen werden, ergibt sich ein recht verlässliches Bild von der wirtschaftlichen Situation der Länder.
Sachsen erreicht bei dem Niveau-Ranking Platz 12 und beim Dynamik-Ranking Platz 4. Bei dem Ist-Zustand belegen alle ostdeutschen Bundesländer die letzten Plätze. Es lässt sich aber eine Zweiteilung erkennen: Thüringen, Sachsen und Brandenburg liegen recht weit vor Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Sachsen-Anhalt. Ganz vorne ist Bayern und danach Baden-Württemberg und Hamburg. Umgekehrt liegen alle ostdeutschen Bundesländer bei der Dynamik-Betrachtung auf den vordersten Plätzen: Brandenburg ist mit einigem Abstand Erster.
Bei der Betrachtung der Einzelindikatoren fällt Sachsen solider Haushaltskurs der Regierung auf: Kein Land hat weniger Staatsschulden pro Kopf als Sachsen. Während die meisten Länder ihre Schulden besonders durch die schwere Wirtschaftskrise erhöhen mussten, konnte Sachsen seine Schulden pro Einwohner um 17,4 % reduzieren. Gleichzeitig erreicht Sachsen die höchste Investitionsquote der Öffentlichen Hand aller Bundesländer mit 18,8 % - vor Bayern und Thüringen. Sachsens Haushaltführung ist also vorbildlich und trotzdem sieht es bei den harten Fakten des Zustands der Wirtschaft nicht berauschend aus. Der Abstand ganz Ostdeutschlands bei wichtigen Faktoren wie Kaufkraft, BIP oder Produktivität ist hoch und die Dynamik zu gering als das sie auf ein schnelles Aufholen deuten würde.
Selbst im Vergleich mit anderen ostdeutschen Bundesländern kann man nicht sagen, dass Sachsen eine stärkere Wirtschaft hat. Sachsens Einwohner haben eine genauso große Kaufkraft wie die Mecklenburg-Vorpommerns. Bei Indikatoren wie BIP oder verfügbares Einkommen ist kaum ein Unterschied zwischen den ostdeutschen Flächenländern auszumachen. Bei der Produktivität liegt Sachsen sogar auf dem letzten Platz. Sachsen fehlt Produktivität besonders in der Fläche. Es gibt zwar einige Leuchttürme wie der Automobilbau und die Mikroelektronik, aber die Wirtschaft insgesamt macht noch zu wenig Umsatz im Vergleich zu der Anzahl der Beschäftigten.
Die Dynamik-Betrachtung von 2007-2010 ist von der Wirtschaftskrise geprägt. So sank das sächsische BIP um 1,5 % in diesem Zeitraum - Platz 12. Das ist ein Anzeichen dafür, dass Sachsen zwar die Krise mitgemacht hat, aber vom danach einsetzenden Aufschwung noch nicht so viel abbekommen hat. Auch in der Entwicklung der Produktivität ist nur Platz 8 drin, beim Verfügbaren Einkommen Platz 9. Zwar sind in Sachsen und Thüringen die Arbeitgeberentgelte so stark gestiegen wie nirgendwo in Deutschland, dafür konnte aber Sachsen auch weniger stark seine Arbeitslosenquote senken als anderen ostdeutsche Bundesländer.
Sachsen erreicht bei dem Niveau-Ranking Platz 12 und beim Dynamik-Ranking Platz 4. Bei dem Ist-Zustand belegen alle ostdeutschen Bundesländer die letzten Plätze. Es lässt sich aber eine Zweiteilung erkennen: Thüringen, Sachsen und Brandenburg liegen recht weit vor Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Sachsen-Anhalt. Ganz vorne ist Bayern und danach Baden-Württemberg und Hamburg. Umgekehrt liegen alle ostdeutschen Bundesländer bei der Dynamik-Betrachtung auf den vordersten Plätzen: Brandenburg ist mit einigem Abstand Erster.
Bei der Betrachtung der Einzelindikatoren fällt Sachsen solider Haushaltskurs der Regierung auf: Kein Land hat weniger Staatsschulden pro Kopf als Sachsen. Während die meisten Länder ihre Schulden besonders durch die schwere Wirtschaftskrise erhöhen mussten, konnte Sachsen seine Schulden pro Einwohner um 17,4 % reduzieren. Gleichzeitig erreicht Sachsen die höchste Investitionsquote der Öffentlichen Hand aller Bundesländer mit 18,8 % - vor Bayern und Thüringen. Sachsens Haushaltführung ist also vorbildlich und trotzdem sieht es bei den harten Fakten des Zustands der Wirtschaft nicht berauschend aus. Der Abstand ganz Ostdeutschlands bei wichtigen Faktoren wie Kaufkraft, BIP oder Produktivität ist hoch und die Dynamik zu gering als das sie auf ein schnelles Aufholen deuten würde.
Selbst im Vergleich mit anderen ostdeutschen Bundesländern kann man nicht sagen, dass Sachsen eine stärkere Wirtschaft hat. Sachsens Einwohner haben eine genauso große Kaufkraft wie die Mecklenburg-Vorpommerns. Bei Indikatoren wie BIP oder verfügbares Einkommen ist kaum ein Unterschied zwischen den ostdeutschen Flächenländern auszumachen. Bei der Produktivität liegt Sachsen sogar auf dem letzten Platz. Sachsen fehlt Produktivität besonders in der Fläche. Es gibt zwar einige Leuchttürme wie der Automobilbau und die Mikroelektronik, aber die Wirtschaft insgesamt macht noch zu wenig Umsatz im Vergleich zu der Anzahl der Beschäftigten.
Die Dynamik-Betrachtung von 2007-2010 ist von der Wirtschaftskrise geprägt. So sank das sächsische BIP um 1,5 % in diesem Zeitraum - Platz 12. Das ist ein Anzeichen dafür, dass Sachsen zwar die Krise mitgemacht hat, aber vom danach einsetzenden Aufschwung noch nicht so viel abbekommen hat. Auch in der Entwicklung der Produktivität ist nur Platz 8 drin, beim Verfügbaren Einkommen Platz 9. Zwar sind in Sachsen und Thüringen die Arbeitgeberentgelte so stark gestiegen wie nirgendwo in Deutschland, dafür konnte aber Sachsen auch weniger stark seine Arbeitslosenquote senken als anderen ostdeutsche Bundesländer.
Donnerstag, 16. Juni 2011
Entwicklung der sächsischen Industrie 2010
Das Wachstum der Industrie in Sachsen ist seit einigen Jahren wieder die treibende Kraft der wirtschaftlichen Entwicklung. Nach den schwierigen Neuordnungen der Nachwendezeit und der teilweisen Deindustrialisierung, wächst der Industriesektor mit jährlich etwa 10 %. Das Verarbeitende Gewerbe stellt ein gutes Konjunkturbarometer dar, denn der Zustand des Welthandels spiegelt sich in den Exporten von Gütern wie Autos, Elektronik und anderes wider. Auch beeinflusst die industrielle Entwicklung weitere Teile der Wirtschaft, so erhält das Baugewerbe Aufträge, unternehmensnahe Dienstleistungen werden nachgefragt und die steigende Beschäftigung führt zu erhöhtem Konsum. Nicht zu letzt stehen Daten zur Industrie schneller zur Verfügung als Daten des Bruttoinlandsproduktes.
Die industrielle Produktion wurde im Krisenjahr 2009 in Sachsen wie in ganz Deutschland stark gebeutelt. In Sachsen sank der Umsatz um 17,3 % zum Vorjahr ab. Seit 2010 geht es wieder aufwärts. Allerdings ist ein so starker Einbruch nicht einfach wieder aufzuholen. 2010 sind die Umsätze immerhin wieder um 12,4 % gestiegen, sie liegen aber mit 54,4 Milliarden € noch unter dem Wert von 2007. Ich habe bereits in einem anderen Beitrag (Link) erwähnt, das Sachsen in der Entwicklung des BIP im Jahr 2010 hinter anderen Bundesländern zurückgeblieben ist. Auch das Wachstum der industriellen Produktion ist zwar recht hoch in Sachsen, aber nicht so extrem gut wie in anderen Bundesländern.
Die industrielle Erholung wurde 2010 in Sachsen wie auch in ganz Deutschland von der Automobilindustrie angeführt. Der wichtige Wirtschaftszweig steigerte seine Umsätze um 28,7 %. Andere wichtige Branchen in Sachsen wie der Maschinenbau mit +4,2 % und die Elektronikindustrie mit +6,7 % entwickelten sich dagegen sehr verhalten und konnten noch nicht von dem Aufschwung profitieren.
Auch regional zeigt sich ein deutlich differenziertes Bild. Den stärksten Zuwachs hatte die Industrie in Leipzig mit +26,9 %, hingegen schrumpfte die Industrie in Dresden mit -1,2 %. Leipzig profitiert stark von der Präsenz von BMW und Porsche in der Stadt. In Dresden hingegen hat besonders die Halbleiterindustrie große Schwierigkeiten. Schon seit Jahren hat die Landeshauptstadt ein recht mageres Industriewachstum. Dadurch liegt Dresden nun auch in absoluten Werten mit 6 Milliarden € Umsatz deutlich hinter Leipzig mit etwa 7 Milliarden € Umsatz 2010.
Industrielles Kraftzentrum Sachsens ist allerdings Zwickau: die Industrie im Landkreis schaffte letztes Jahr fast 7,9 Milliarden € Umsatz. Im Wachstum von +21,6 % spiegelt sich die erfolgreiche Entwicklung von VW und seiner Zulieferindustrie im Landkreis wider. Auch der benachbarte Erzgebirgskreis erreichte ein Wachstum von +23,9 % - allerdings von einem recht niedrigem absoluten Niveau aus. Insgesamt kann man feststellen, dass die gute Entwicklung des Industrieumsatzes in der Region Chemnitz-Zwickau auch dazu beigetragen hat die Arbeitslosigkeit der Region letztes Jahr stark zu senken. Im Direktionsbezirk Chemnitz liegt die Arbeitslosigkeit niedriger als in Dresden oder Leipzig, auch wenn die Stadt Chemnitz nur ein recht unspektakuläres Industriewachstum von +10,4 % schafft.
Mit Blick auf den Jahresbeginn 2011 kann man sagen, dass die Industrie deutlich angezogen hat. Aktuell sieht es daher in Sachsen noch besser aus als 2010. Der XXL-Aufschwung scheint mit etwas Verzögerung auch im Freistaat angekommen zu sein. Erste Prognosen für das BIP im 1. Quartal 2011 sagen für Ostdeutschland einen Wachstumsschub von 1,8 % zum Vorquartal voraus, in Deutschland insgesamt sollen es 1,5 % sein. Quartalszahlen zum Vorquartal sind immer kleine Zahlen und ein Wachstum von über 1 % ist sehr kräftig.
Auch die ersten Daten zur Industrie bestätigen das. Der März 2011 war der umsatzstärkste Monat aller Zeiten in Sachsen. Nachdem 2010 der Aufschwung von der Automobilbranche getragen wurde, ziehen jetzt auch andere Branchen nach und besonders im Maschinenbau ist die Stimmung hervorragend. Man kann durch die guten Zahlen hoffen, dass 2011 auch Sachsen einen großen Anstieg des BIP verzeichnen kann. Aktuelle Prognosen gehen für Deutschland wieder von einem Wachstum von über 3 % in diesem Jahr aus, nach dem 2010 schon 3,6 % erzielt wurden. Vielleicht kann Sachsen diesmal mit den westdeutschen Bundesländern mithalten.
Die industrielle Produktion wurde im Krisenjahr 2009 in Sachsen wie in ganz Deutschland stark gebeutelt. In Sachsen sank der Umsatz um 17,3 % zum Vorjahr ab. Seit 2010 geht es wieder aufwärts. Allerdings ist ein so starker Einbruch nicht einfach wieder aufzuholen. 2010 sind die Umsätze immerhin wieder um 12,4 % gestiegen, sie liegen aber mit 54,4 Milliarden € noch unter dem Wert von 2007. Ich habe bereits in einem anderen Beitrag (Link) erwähnt, das Sachsen in der Entwicklung des BIP im Jahr 2010 hinter anderen Bundesländern zurückgeblieben ist. Auch das Wachstum der industriellen Produktion ist zwar recht hoch in Sachsen, aber nicht so extrem gut wie in anderen Bundesländern.
Die industrielle Erholung wurde 2010 in Sachsen wie auch in ganz Deutschland von der Automobilindustrie angeführt. Der wichtige Wirtschaftszweig steigerte seine Umsätze um 28,7 %. Andere wichtige Branchen in Sachsen wie der Maschinenbau mit +4,2 % und die Elektronikindustrie mit +6,7 % entwickelten sich dagegen sehr verhalten und konnten noch nicht von dem Aufschwung profitieren.
Auch regional zeigt sich ein deutlich differenziertes Bild. Den stärksten Zuwachs hatte die Industrie in Leipzig mit +26,9 %, hingegen schrumpfte die Industrie in Dresden mit -1,2 %. Leipzig profitiert stark von der Präsenz von BMW und Porsche in der Stadt. In Dresden hingegen hat besonders die Halbleiterindustrie große Schwierigkeiten. Schon seit Jahren hat die Landeshauptstadt ein recht mageres Industriewachstum. Dadurch liegt Dresden nun auch in absoluten Werten mit 6 Milliarden € Umsatz deutlich hinter Leipzig mit etwa 7 Milliarden € Umsatz 2010.
Industrielles Kraftzentrum Sachsens ist allerdings Zwickau: die Industrie im Landkreis schaffte letztes Jahr fast 7,9 Milliarden € Umsatz. Im Wachstum von +21,6 % spiegelt sich die erfolgreiche Entwicklung von VW und seiner Zulieferindustrie im Landkreis wider. Auch der benachbarte Erzgebirgskreis erreichte ein Wachstum von +23,9 % - allerdings von einem recht niedrigem absoluten Niveau aus. Insgesamt kann man feststellen, dass die gute Entwicklung des Industrieumsatzes in der Region Chemnitz-Zwickau auch dazu beigetragen hat die Arbeitslosigkeit der Region letztes Jahr stark zu senken. Im Direktionsbezirk Chemnitz liegt die Arbeitslosigkeit niedriger als in Dresden oder Leipzig, auch wenn die Stadt Chemnitz nur ein recht unspektakuläres Industriewachstum von +10,4 % schafft.
Mit Blick auf den Jahresbeginn 2011 kann man sagen, dass die Industrie deutlich angezogen hat. Aktuell sieht es daher in Sachsen noch besser aus als 2010. Der XXL-Aufschwung scheint mit etwas Verzögerung auch im Freistaat angekommen zu sein. Erste Prognosen für das BIP im 1. Quartal 2011 sagen für Ostdeutschland einen Wachstumsschub von 1,8 % zum Vorquartal voraus, in Deutschland insgesamt sollen es 1,5 % sein. Quartalszahlen zum Vorquartal sind immer kleine Zahlen und ein Wachstum von über 1 % ist sehr kräftig.
Auch die ersten Daten zur Industrie bestätigen das. Der März 2011 war der umsatzstärkste Monat aller Zeiten in Sachsen. Nachdem 2010 der Aufschwung von der Automobilbranche getragen wurde, ziehen jetzt auch andere Branchen nach und besonders im Maschinenbau ist die Stimmung hervorragend. Man kann durch die guten Zahlen hoffen, dass 2011 auch Sachsen einen großen Anstieg des BIP verzeichnen kann. Aktuelle Prognosen gehen für Deutschland wieder von einem Wachstum von über 3 % in diesem Jahr aus, nach dem 2010 schon 3,6 % erzielt wurden. Vielleicht kann Sachsen diesmal mit den westdeutschen Bundesländern mithalten.
Dienstag, 7. Juni 2011
Wirtschaftsfaktor Tourismus wächst rasant
In den letzten Tagen fand in Dresden ein Mammut-Event statt: der evangelische Kirchentag zog hunderttausende Menschen in die Stadt. Um diesem Ansturm Herr zu werden, wurde die Unterbringung der Besucher von langer Hand geplant. Nicht nur für Hotels und Gaststätten sondern auch für kleinere Pensionen in Dresden und im Umland war das ein riesiges Geschäft. Ersten Schätzungen zufolge ließen die Gäste etwa 30 Millionen Euro in der Stadt. Außerdem war der Kirchentag eine gute Werbung für die Gastfreundlichkeit Sachsens und alleine das Zeigen der Dresdner Silhouette in den Fernsehnachrichten ist Gold wert für das Touristenziel Dresden.
Der Tourismus in Sachsen ist ein stark wachsender Wirtschaftszweig des Freistaats. Laut Statistik wurden im Jahr 2010 fast 6,3 Millionen Gästeankünfte verzeichnet. Das sind 5 % mehr als im Jahr davor und mehr als im bisher besten Jahr 2006. Die große Mehrzahl kommt aus Deutschland selber. Etwa 700.000 ausländische Gäste kamen dazu letztes Jahr nach Sachsen (+15 %). Die Herkunftsländer waren besonders die USA, die Niederlande, Österreich, Schweiz und Großbritannien. Die größten Wachstumsmärkte sind Australien/Ozeanien (+36,6 %) und Asien (+26,2 %) gewesen.
Touristen-Hauptstadt Sachsens ist natürlich Dresden: 1,68 Millionen Gäste haben in der Stadt 2010 übernachtet. Das ist ein Wachstum von fast 10 % und liegt deutlich über dem Durchschnitt. Nicht zu übersehen sind in Dresden die vielen Hotels aller Preisklassen, die besonders in der Innenstadt aus dem Boden schießen. Dagegen gibt es auch viel Kritik, aber der Tourismus bringt sehr viel Geld für die Wirtschaft der Stadt. So entstehen auch immer mehr Arbeitsplätze nicht nur in den Hotels und Gaststätten, sondern auch im Einzelhandel. Dresden hat eine Einzelhandelsfläche pro Kopf der Bevölkerung, die weit über dem Bundesdurchschnitt liegt. Dies lohnt sich für die Betreiber, da Dresden ständig viele Gäste in der Stadt hat, die auch Einkaufen gehen. Außerdem strahlt die touristische Anziehungskraft Dresdens auch auf das landschaftlich reizvolle Umland aus: 373.000 Gästeankünfte konnte die Sächsische Schweiz verzeichnen und 415.000 das Sächsische Elbland um Meißen.
Das zweite große Zentrum für Touristen ist die Stadt Leipzig, die letztes Jahr 1,12 Millionen Gäste zählte. Das sind 9 % mehr als ein Jahr zuvor. Die Städte haben also ein überdurchschnittliches Wachstum, wahrscheinlich auch weil der Städtetourismus besonders in Deutschland immer beliebter wird. Das Umland von Leipzig versucht man auch immer mehr als Touristenziel auszubauen. In der touristischen Region "Sächsisches Burgen- und Heideland" waren 614.000 (+5,9 %) Gästeankünfte zu verzeichnen. Die Region umfasst ein großes Gebiet im Zentrum des Freistaates nördlich von Chemnitz bis zur brandenburgischen Grenze und umfasst unter anderem das Leipziger Neuseenland.
Tourismus ist auch für das Erzgebirge ein besonders wichtiger Wirtschaftsfaktor. Hier konnten letztes Jahr fast 1 Millionen (+2,8 %) Gäste gezählt werden. Damit ist das Erzgebirge die dritte wichtige Tourismusregion in Sachsen. Für das Gebirge ist die Winterzeit und die Weihnachtszeit Hochsaison. Außerdem dient das Erzgebirge als Naherholungsgebiet für die Stadtbewohner aus Dresden, Chemnitz und auch für Leipziger. Einen Impuls für die Region könnte auch die Eröffnung des Kammwanderwegs im Erzgebirge sein. Vom Osterzgebirge kann man nun bis ins Vogtland und nach Thüringen wandern. Ein weiterer Unterschied zwischen Stadttourismus und Landtourismus ist die unterschiedliche Aufenthaltsdauer. Während der durchschnittliche Gast in Dresden 2 Tage verbringt, verweilt er im Erzgebirge ganze 3 Tage. Dadurch kommt das Erzgebirge sogar auf fast eine genau so hohe Zahl an Übernachtungen wie Dresden: 3 Millionen im letzten Jahr.
Der Tourismus in Sachsen ist ein stark wachsender Wirtschaftszweig des Freistaats. Laut Statistik wurden im Jahr 2010 fast 6,3 Millionen Gästeankünfte verzeichnet. Das sind 5 % mehr als im Jahr davor und mehr als im bisher besten Jahr 2006. Die große Mehrzahl kommt aus Deutschland selber. Etwa 700.000 ausländische Gäste kamen dazu letztes Jahr nach Sachsen (+15 %). Die Herkunftsländer waren besonders die USA, die Niederlande, Österreich, Schweiz und Großbritannien. Die größten Wachstumsmärkte sind Australien/Ozeanien (+36,6 %) und Asien (+26,2 %) gewesen.
Touristen-Hauptstadt Sachsens ist natürlich Dresden: 1,68 Millionen Gäste haben in der Stadt 2010 übernachtet. Das ist ein Wachstum von fast 10 % und liegt deutlich über dem Durchschnitt. Nicht zu übersehen sind in Dresden die vielen Hotels aller Preisklassen, die besonders in der Innenstadt aus dem Boden schießen. Dagegen gibt es auch viel Kritik, aber der Tourismus bringt sehr viel Geld für die Wirtschaft der Stadt. So entstehen auch immer mehr Arbeitsplätze nicht nur in den Hotels und Gaststätten, sondern auch im Einzelhandel. Dresden hat eine Einzelhandelsfläche pro Kopf der Bevölkerung, die weit über dem Bundesdurchschnitt liegt. Dies lohnt sich für die Betreiber, da Dresden ständig viele Gäste in der Stadt hat, die auch Einkaufen gehen. Außerdem strahlt die touristische Anziehungskraft Dresdens auch auf das landschaftlich reizvolle Umland aus: 373.000 Gästeankünfte konnte die Sächsische Schweiz verzeichnen und 415.000 das Sächsische Elbland um Meißen.
Das zweite große Zentrum für Touristen ist die Stadt Leipzig, die letztes Jahr 1,12 Millionen Gäste zählte. Das sind 9 % mehr als ein Jahr zuvor. Die Städte haben also ein überdurchschnittliches Wachstum, wahrscheinlich auch weil der Städtetourismus besonders in Deutschland immer beliebter wird. Das Umland von Leipzig versucht man auch immer mehr als Touristenziel auszubauen. In der touristischen Region "Sächsisches Burgen- und Heideland" waren 614.000 (+5,9 %) Gästeankünfte zu verzeichnen. Die Region umfasst ein großes Gebiet im Zentrum des Freistaates nördlich von Chemnitz bis zur brandenburgischen Grenze und umfasst unter anderem das Leipziger Neuseenland.
Tourismus ist auch für das Erzgebirge ein besonders wichtiger Wirtschaftsfaktor. Hier konnten letztes Jahr fast 1 Millionen (+2,8 %) Gäste gezählt werden. Damit ist das Erzgebirge die dritte wichtige Tourismusregion in Sachsen. Für das Gebirge ist die Winterzeit und die Weihnachtszeit Hochsaison. Außerdem dient das Erzgebirge als Naherholungsgebiet für die Stadtbewohner aus Dresden, Chemnitz und auch für Leipziger. Einen Impuls für die Region könnte auch die Eröffnung des Kammwanderwegs im Erzgebirge sein. Vom Osterzgebirge kann man nun bis ins Vogtland und nach Thüringen wandern. Ein weiterer Unterschied zwischen Stadttourismus und Landtourismus ist die unterschiedliche Aufenthaltsdauer. Während der durchschnittliche Gast in Dresden 2 Tage verbringt, verweilt er im Erzgebirge ganze 3 Tage. Dadurch kommt das Erzgebirge sogar auf fast eine genau so hohe Zahl an Übernachtungen wie Dresden: 3 Millionen im letzten Jahr.
Donnerstag, 26. Mai 2011
Chemnitzer Innenstadt Phase 2
Dieser Beitrag setzt die Reihe über die Innenstadtentwicklung der sächsischen Großstädte fort. Nachdem ich bereits über Dresden (Link) und Leipzig (Link) geschrieben habe, soll es nun um die Chemnitzer Innenstadt gehen. Chemnitz wurde im Zweiten Weltkrieg besonders stark zerstört und in der DDR-Zeit als sozialistische Vorbildstadt ausgebaut. Das Zentrum, die direkte Umgebung des Rathauses, blieb bis 1990 unbebaut, sodass nach der Wende eine komplette Innenstadt geplant werden musste. Die Chemnitzer Innenstadt hatte in den 90er Jahren mit mehreren großen Problemen zu kämpfen. Das Wegfallen vieler Industriearbeitsplätze und die staatliche Förderung von Eigenheimen führte zur Abwanderung der Bevölkerung aus innenstadtnahen Wohngebieten. Außerdem wurden in der Stadtperipherie große Einkaufszentren gebaut, die einen Großteil der Kaufkraft anzogen. So gab es in der Innenstadt weder Menschen, die dort wohnten, noch einkaufen gingen.
Nach 2000 begann man endlich mit der Bebauung des Zentrums. In dieser ersten Phase errichtete man Einkaufszentren, Geschäfts- und Bürogebäude am Markt und am Rathaus. Mittlerweile ist diese Phase abgeschlossen und Chemnitz hat eine erlebbare Innenstadt wiederbekommen. Nun gibt es einige Pläne, die man teils bereits begonnen und teils sogar schon fertig gestellt hat, für einen weiteren Ausbau der Innenstadt. Diese von mir zweite Phase der Innenstadtentwicklung genannten Pläne kann man so zusammenfassen: Ergänzung von Baulücken, Infrastrukturprojekt Chemnitzer Modell, Grünbereiche und TU-Campus.
Ergänzung von Baulücken (Bürgerhaus, Johannis-Karee, Rawema-Haus)
Bereits abgeschlossen ist das Projekt "Bürgerhaus" Chemnitz. Hier hat die Stadt einen Neubau hingesetzt, in dem sie einige Ämter konzentriert und so hofft die Innenstadt zu beleben. Die Architektur ist genauso Modern, wie die der ersten Phase und nimmt keinen Bezug auf alte historische Strukturen. Es bleibt abzuwarten, welche Impulse von dem Bürgerhaus ausgehen. Die Ämter haben jedenfalls ihren Umzug abgeschlossen und sind einfach über die Zentralhaltestelle zu erreichen. Des Weiteren wird kräftig in das Johannis-Karre investiert. Erstens wird das ehemalige Kaufhaus Schocken gerade zum Sächsischen Landesmuseum für Archäologie und Geschichte in bester City-Lage ausgebaut, das Rawema-Haus an der Straße der Nation wird umgebaut und soll eine Mischnutzung bekommen. Schließlich gibt es Pläne die Brache neben dem Schocken-Kaufhaus zu schließen.
Infrastrukturprojekt Chemnitzer Modell
Das so genannte Chemnitzer Modell hat zum Ziel, die Netze der Chemnitzer Straßenbahn und der Deutschen Bahn so zu verknüpfen, dass ohne Umsteigen die Bevölkerung des Chemnitzer Umlandes die Innenstadt erreichen kann. So sollen die dicht besiedelten Regionen im Umland, besonders das Erzgebirge, besser an die Stadt angebunden werden. Eine Pilotstrecke besteht bereits nach Stollberg im Erzgebirge. Zur Zeit wird die Einfahrt für die Straßenbahnen am Chemnitzer Hauptbahnhof gebaut. In der nächsten Ausbaustufe soll dann eine neue Linie den TU Campus auf der Reichenhainer Straße erreichen und weiter bis nach Thalheim führen. Danach soll eine weitere neue Linie das Chemnitz-Center im Norden der Stadt anlaufen und schließlich bis nach Limbach-Oberfrohna im Landkreis Zwickau führen. Schließlich steht noch eine Erweiterung der Pilotstrecke nach Oelsnitz im Erzgebirge zur Debatte. Insgesamt wird in das Projekt etwa 150 Millionen Euro investiert.
Grünbereiche
Zwei Projekte zum Thema mehr Grün in der Innenstadt gibt es. Zum einen soll es einen Grünstreifen entlang des ehemaligen Stadtwalls geben. Dieser Grüne Wall wurde bereits teilweise fertig gestellt verläuft bisher von der Theaterstraße bis zum Roten Turm. Er soll weiter bis zur Zentralhaltestelle geführt werden. Das zweite Projekt ist der Uferpark entlang des Chemnitz Flusses. Dazu wurde die Chemnitz am Falkeplatz bereits wieder frei gelegt. Ziel ist es, einen durchgängig begehbaren Uferbereich der Chemnitz in der Innenstadt zu schaffen.
TU-Campus in der Innenstadt (Link)
Zur Zeit hat die TU Chemnitz ihren Haupt-Campus an der Reichenhainer Straße und damit weit weg vom Chemnitzer Stadtzentrum. Die Uni möchte in der Stadt hinter dem Theaterplatz einen weiteren Standort etablieren. Dazu soll eine alte Fabrik, die Alte Aktienspinnerei, zur Zentralbibliothek ausgebaut werden. Auch sollen einige Neubauten auf der Fläche hinter dem Böttcherbau der TU entstehen. Die Stadt erhofft sich durch das Projekt eine Belebung des nördlichen Teils der Innenstadt. Die Planung befinden sich aber in einem frühen Stadium.
Nach 2000 begann man endlich mit der Bebauung des Zentrums. In dieser ersten Phase errichtete man Einkaufszentren, Geschäfts- und Bürogebäude am Markt und am Rathaus. Mittlerweile ist diese Phase abgeschlossen und Chemnitz hat eine erlebbare Innenstadt wiederbekommen. Nun gibt es einige Pläne, die man teils bereits begonnen und teils sogar schon fertig gestellt hat, für einen weiteren Ausbau der Innenstadt. Diese von mir zweite Phase der Innenstadtentwicklung genannten Pläne kann man so zusammenfassen: Ergänzung von Baulücken, Infrastrukturprojekt Chemnitzer Modell, Grünbereiche und TU-Campus.
Ergänzung von Baulücken (Bürgerhaus, Johannis-Karee, Rawema-Haus)
Bereits abgeschlossen ist das Projekt "Bürgerhaus" Chemnitz. Hier hat die Stadt einen Neubau hingesetzt, in dem sie einige Ämter konzentriert und so hofft die Innenstadt zu beleben. Die Architektur ist genauso Modern, wie die der ersten Phase und nimmt keinen Bezug auf alte historische Strukturen. Es bleibt abzuwarten, welche Impulse von dem Bürgerhaus ausgehen. Die Ämter haben jedenfalls ihren Umzug abgeschlossen und sind einfach über die Zentralhaltestelle zu erreichen. Des Weiteren wird kräftig in das Johannis-Karre investiert. Erstens wird das ehemalige Kaufhaus Schocken gerade zum Sächsischen Landesmuseum für Archäologie und Geschichte in bester City-Lage ausgebaut, das Rawema-Haus an der Straße der Nation wird umgebaut und soll eine Mischnutzung bekommen. Schließlich gibt es Pläne die Brache neben dem Schocken-Kaufhaus zu schließen.
Infrastrukturprojekt Chemnitzer Modell
Das so genannte Chemnitzer Modell hat zum Ziel, die Netze der Chemnitzer Straßenbahn und der Deutschen Bahn so zu verknüpfen, dass ohne Umsteigen die Bevölkerung des Chemnitzer Umlandes die Innenstadt erreichen kann. So sollen die dicht besiedelten Regionen im Umland, besonders das Erzgebirge, besser an die Stadt angebunden werden. Eine Pilotstrecke besteht bereits nach Stollberg im Erzgebirge. Zur Zeit wird die Einfahrt für die Straßenbahnen am Chemnitzer Hauptbahnhof gebaut. In der nächsten Ausbaustufe soll dann eine neue Linie den TU Campus auf der Reichenhainer Straße erreichen und weiter bis nach Thalheim führen. Danach soll eine weitere neue Linie das Chemnitz-Center im Norden der Stadt anlaufen und schließlich bis nach Limbach-Oberfrohna im Landkreis Zwickau führen. Schließlich steht noch eine Erweiterung der Pilotstrecke nach Oelsnitz im Erzgebirge zur Debatte. Insgesamt wird in das Projekt etwa 150 Millionen Euro investiert.
Grünbereiche
Zwei Projekte zum Thema mehr Grün in der Innenstadt gibt es. Zum einen soll es einen Grünstreifen entlang des ehemaligen Stadtwalls geben. Dieser Grüne Wall wurde bereits teilweise fertig gestellt verläuft bisher von der Theaterstraße bis zum Roten Turm. Er soll weiter bis zur Zentralhaltestelle geführt werden. Das zweite Projekt ist der Uferpark entlang des Chemnitz Flusses. Dazu wurde die Chemnitz am Falkeplatz bereits wieder frei gelegt. Ziel ist es, einen durchgängig begehbaren Uferbereich der Chemnitz in der Innenstadt zu schaffen.
TU-Campus in der Innenstadt (Link)
Zur Zeit hat die TU Chemnitz ihren Haupt-Campus an der Reichenhainer Straße und damit weit weg vom Chemnitzer Stadtzentrum. Die Uni möchte in der Stadt hinter dem Theaterplatz einen weiteren Standort etablieren. Dazu soll eine alte Fabrik, die Alte Aktienspinnerei, zur Zentralbibliothek ausgebaut werden. Auch sollen einige Neubauten auf der Fläche hinter dem Böttcherbau der TU entstehen. Die Stadt erhofft sich durch das Projekt eine Belebung des nördlichen Teils der Innenstadt. Die Planung befinden sich aber in einem frühen Stadium.
Samstag, 21. Mai 2011
Regionale Verteilung der Arbeitslosigkeit in Sachsen im April 2011
Ich habe eine Karte erstellt, die in etwa die regionale Verteilung der Arbeitslosigkeit in Sachsen im April 2011 darstellen soll. Dabei steht jeder Punkt für eine Angabe der Arbeitslosenquote in der jeweiligen Geschäftstelle der Bundesagentur für Arbeit. Die großen Punkte bezeichnen die kreisfreien Städte Chemnitz, Dresden und Leipzig, die mittelgroßen Punkte sind Sitze der Landkreise und die kleinen Punkte sind andere Geschäftsstellen der Bundesagentur für Arbeit. Die Farbe der Punkte bezeichnet entsprechend der angegebenen Skala die gemeldete Arbeitslosigkeit im Einzugsbereich der Geschäftsstellen.

Es stellt sich ein interessantes Bild der regionalen Versorgung mit Arbeitsplätzen heraus. Wie üblich haben die großen Städte eine tendenziell höhere Arbeitslosenquote als die umgebenden ländlichen Gebiete. Viele Beschäftigte, die in der Stadt arbeiten, leben im Umland und zählen damit zur Bevölkerung der Landkreise. Chemnitz hat bezogen auf die Einwohnerzahl die größte Zahl an Einpendlern in Sachsen. Die vielen Industriearbeitsplätze in Chemnitz, Zwickau, im Erzgebirge und in Mittelsachsen lassen die Region wirtschaftlich gut dastehen. So ist Chemnitz nur von grünen Punkten umgeben. Freiberg ist dabei der beste Kreissitz in Sachsen mit einer Arbeitslosenquote von bereits unter 8 %. Flöha und Zschopau östlich und südöstlich von Chemnitz konnten die stärkste Reduktion des Arbeitslosenbestandes vorweisen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank der Bestand um jeweils 27 %.
Auch Dresden ist in der Arbeitsplatzversorgung und der Senkung der Arbeitslosenquote sehr erfolgreich. Die Elbmetropole hatte im April mit 10,7 % die niedrigste Arbeitslosenquote der kreisfreien Städte in Sachsen. Auch das Umland hat besonders niedrige Quoten im sachsenweiten Vergleich. Radebeul und Radeberg etwa haben beide Werte unter 8 %. Der an Dresden grenzende Landkreis Bautzen hat das wahrscheinlich größte Gefälle der Arbeitslosenquote. In Kamenz liegt sie bei 6,9 %, sachsenweiter Topwert unter den Geschäftstellen, und im nicht weit entfernten Hoyerswerda bei 13,0 %.
Die Regionen mit der größten Arbeitslosenzahl sind Leipzig und die strukturschwachen ländlichen Regionen, die weit entfernt von den großen Zentren liegen, besonders Nordsachsen, Bautzen und der Landkreis Görlitz. Die Geschäftsstelle in Görlitz meldete eine Quote von 16,1 % und Torgau in Nordsachsen von 14,8. In Leipzig steht die Quote bei 13,8 und damit am höchsten unter den großen Städten.
Tendenziell wird die Arbeitslosenquote in Sachsen weiter auf breiter Front fallen. Vor allem auf Grund des Aufschwungs der Industrie, aber auch wegen der alternden Bevölkerung und der damit verbundenen Reduktion der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter. Das Zahlenmaterial auf denen die Karte basiert, ist nur eine kurze Momentaufnahme des Monats April 2011. Dadurch kann aber eine möglichst aktuelle Lage der regionalen Wirtschaftsentwicklung in Sachsen abgebildet werden.

Es stellt sich ein interessantes Bild der regionalen Versorgung mit Arbeitsplätzen heraus. Wie üblich haben die großen Städte eine tendenziell höhere Arbeitslosenquote als die umgebenden ländlichen Gebiete. Viele Beschäftigte, die in der Stadt arbeiten, leben im Umland und zählen damit zur Bevölkerung der Landkreise. Chemnitz hat bezogen auf die Einwohnerzahl die größte Zahl an Einpendlern in Sachsen. Die vielen Industriearbeitsplätze in Chemnitz, Zwickau, im Erzgebirge und in Mittelsachsen lassen die Region wirtschaftlich gut dastehen. So ist Chemnitz nur von grünen Punkten umgeben. Freiberg ist dabei der beste Kreissitz in Sachsen mit einer Arbeitslosenquote von bereits unter 8 %. Flöha und Zschopau östlich und südöstlich von Chemnitz konnten die stärkste Reduktion des Arbeitslosenbestandes vorweisen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank der Bestand um jeweils 27 %.
Auch Dresden ist in der Arbeitsplatzversorgung und der Senkung der Arbeitslosenquote sehr erfolgreich. Die Elbmetropole hatte im April mit 10,7 % die niedrigste Arbeitslosenquote der kreisfreien Städte in Sachsen. Auch das Umland hat besonders niedrige Quoten im sachsenweiten Vergleich. Radebeul und Radeberg etwa haben beide Werte unter 8 %. Der an Dresden grenzende Landkreis Bautzen hat das wahrscheinlich größte Gefälle der Arbeitslosenquote. In Kamenz liegt sie bei 6,9 %, sachsenweiter Topwert unter den Geschäftstellen, und im nicht weit entfernten Hoyerswerda bei 13,0 %.
Die Regionen mit der größten Arbeitslosenzahl sind Leipzig und die strukturschwachen ländlichen Regionen, die weit entfernt von den großen Zentren liegen, besonders Nordsachsen, Bautzen und der Landkreis Görlitz. Die Geschäftsstelle in Görlitz meldete eine Quote von 16,1 % und Torgau in Nordsachsen von 14,8. In Leipzig steht die Quote bei 13,8 und damit am höchsten unter den großen Städten.
Tendenziell wird die Arbeitslosenquote in Sachsen weiter auf breiter Front fallen. Vor allem auf Grund des Aufschwungs der Industrie, aber auch wegen der alternden Bevölkerung und der damit verbundenen Reduktion der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter. Das Zahlenmaterial auf denen die Karte basiert, ist nur eine kurze Momentaufnahme des Monats April 2011. Dadurch kann aber eine möglichst aktuelle Lage der regionalen Wirtschaftsentwicklung in Sachsen abgebildet werden.
Freitag, 13. Mai 2011
Sachsen - das Technologieland
Sachsen profiliert sich gern - wie jeder andere Standort in Deutschland auch - als Technologieland. Die Regierung des Freistaats lenkt dazu gezielt Fördermittel in zukunftsträchtige Branchen. Es ist allgemein anerkannt, dass technologischer Fortschritt der treibende Faktor des Wirtschaftswachstums ist. Das trifft besonders zu, wenn der Produktionsfaktor Arbeit in langer Frist schrumpfen wird, da die Bevölkerung abnimmt. Den staatlichen Einfluss auf die Technologieentwicklung kann man wirtschaftstheoretisch aber aus zwei verschiedenen Blickwinkeln betrachten.
Staatliche Unterstützung der Forschung wird zumeist damit begründet, dass sich Zukunftstechnologien nicht so einfach am Markt durchsetzen, wenn sie noch nicht reif sind. Solange aber die Marktreife noch nicht erreicht ist, lohnt es sich kaum für Unternehmen in die jeweilige Technologie zu investieren. Folglich würde ohne die entsprechende staatliche Förderung die Forschung und Entwicklung nicht zustande kommen. Da niemand weiß, welche Technologien in der Zukunft sich durchsetzten werden, sind die Risiken für Investitionen in Forschung in manchen Fällen prohibitiv hoch.
Mit der unsicheren Zukunft, kann man aber auch gegen staatliche Unterstützung von Forschung argumentieren. Denn der Staat hat keine besseren Informationen, welche Technologie sich in der Zukunft durchsetzen wird. Die Gefahr besteht also, dass der Staat dann viel Geld in die falsche Richtung lenkt. Der Markt hingegen siebt aus dieser Sicht die weniger aussichtsreichen Technologien aus. Vorausgesetzt die Preissignale am Markt sind korrekt, setzt sich die "richtige" Technologie am Markt automatisch durch.
Gerade wenn es um die Zukunft der Mobilität geht, kann man aber davon ausgehen, dass die Preissignale auf dem Markt nicht korrekt sind. Autos mit Verbrennungsmotoren belasten die Umwelt. Für diese Schädigung des Klimas muss aber kein Autofahrer direkt aufkommen. Deshalb fördert Deutschland massiv die Entwicklung von Elektroautos. Auch Sachsen als traditioneller Automobilstandort will beim Thema Zukunft der Mobilität mitmischen.
Ein Meilenstein für diese Strategie war die Entscheidung von BMW sein Elektroauto (das Megacity Vehicle) in seinem Werk in Leipzig zu bauen. Dazu soll das bestehende Werk bis 2013 durch Investition eines dreistelligen Millionenbetrages erweitert werden. Dabei sollen 800 neue Arbeitsplätze in Leipzig entstehen - ein enormer wirtschaftlicher Gewinn für die Stadt. Der Staat fördert die Elektromobilität in Sachsen durch ein Projekt namens SaxMobility. Sachsen ist dabei eine von deutschlandweit acht Modellregionen und bekommt von der Bundesregierung neun Millionen Euro. Das Engagement der sächsischen Regierung zum Thema Elektromobilität war wohl auch ein Grund für die Entscheidung von BMW für Leipzig als Produktionsstandort.
Ein zweites Standbein der Initiative zur Elektromobilität in Sachsen ist die Entwicklung und Serienproduktion von geeigneten Batterien, die eine sehr hohe Lademenge speichern können müssen. Die deutschen Konzerne Evonik und Daimler engagieren sich bei Li Tec Battery GmbH in Kamenz, östlich von Dresden. Hier wurden spezielle Batterien für Elektroautos entwickelt und die Produktion soll ab diesem Jahr stark erhöht werden. Evonik hat bisher 150 Millionen Euro in den Standort investiert und Ende des Jahres sollen in dem Werk 450 Mitarbeiter beschäftigt sein.
In Deutschland wird im Moment diskutiert, ob der Staat die Elektromobilität stärker fördern sollte. Bereits jetzt ist Sachsen relativ gut aufgestellt, um von einer Zunahme von Fahrzeugen mit elektrischen Antrieben auf Deutschlands Straßen zu profitieren.
Staatliche Unterstützung der Forschung wird zumeist damit begründet, dass sich Zukunftstechnologien nicht so einfach am Markt durchsetzen, wenn sie noch nicht reif sind. Solange aber die Marktreife noch nicht erreicht ist, lohnt es sich kaum für Unternehmen in die jeweilige Technologie zu investieren. Folglich würde ohne die entsprechende staatliche Förderung die Forschung und Entwicklung nicht zustande kommen. Da niemand weiß, welche Technologien in der Zukunft sich durchsetzten werden, sind die Risiken für Investitionen in Forschung in manchen Fällen prohibitiv hoch.
Mit der unsicheren Zukunft, kann man aber auch gegen staatliche Unterstützung von Forschung argumentieren. Denn der Staat hat keine besseren Informationen, welche Technologie sich in der Zukunft durchsetzen wird. Die Gefahr besteht also, dass der Staat dann viel Geld in die falsche Richtung lenkt. Der Markt hingegen siebt aus dieser Sicht die weniger aussichtsreichen Technologien aus. Vorausgesetzt die Preissignale am Markt sind korrekt, setzt sich die "richtige" Technologie am Markt automatisch durch.
Gerade wenn es um die Zukunft der Mobilität geht, kann man aber davon ausgehen, dass die Preissignale auf dem Markt nicht korrekt sind. Autos mit Verbrennungsmotoren belasten die Umwelt. Für diese Schädigung des Klimas muss aber kein Autofahrer direkt aufkommen. Deshalb fördert Deutschland massiv die Entwicklung von Elektroautos. Auch Sachsen als traditioneller Automobilstandort will beim Thema Zukunft der Mobilität mitmischen.
Ein Meilenstein für diese Strategie war die Entscheidung von BMW sein Elektroauto (das Megacity Vehicle) in seinem Werk in Leipzig zu bauen. Dazu soll das bestehende Werk bis 2013 durch Investition eines dreistelligen Millionenbetrages erweitert werden. Dabei sollen 800 neue Arbeitsplätze in Leipzig entstehen - ein enormer wirtschaftlicher Gewinn für die Stadt. Der Staat fördert die Elektromobilität in Sachsen durch ein Projekt namens SaxMobility. Sachsen ist dabei eine von deutschlandweit acht Modellregionen und bekommt von der Bundesregierung neun Millionen Euro. Das Engagement der sächsischen Regierung zum Thema Elektromobilität war wohl auch ein Grund für die Entscheidung von BMW für Leipzig als Produktionsstandort.
Ein zweites Standbein der Initiative zur Elektromobilität in Sachsen ist die Entwicklung und Serienproduktion von geeigneten Batterien, die eine sehr hohe Lademenge speichern können müssen. Die deutschen Konzerne Evonik und Daimler engagieren sich bei Li Tec Battery GmbH in Kamenz, östlich von Dresden. Hier wurden spezielle Batterien für Elektroautos entwickelt und die Produktion soll ab diesem Jahr stark erhöht werden. Evonik hat bisher 150 Millionen Euro in den Standort investiert und Ende des Jahres sollen in dem Werk 450 Mitarbeiter beschäftigt sein.
In Deutschland wird im Moment diskutiert, ob der Staat die Elektromobilität stärker fördern sollte. Bereits jetzt ist Sachsen relativ gut aufgestellt, um von einer Zunahme von Fahrzeugen mit elektrischen Antrieben auf Deutschlands Straßen zu profitieren.
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